Charakterisierung der Grammatologischen Philosophischen Praxis (GPP GK & ALH)
Die von uns (Gerhard Kaučić & Anna Lydia Huber) entwickelte Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) stellt eine spezifische Ausprägung Philosophischer Praxis (PP) dar, die sich explizit an der von Jacques Derrida begründeten Grammatologie orientiert.
[[ cf. :
[a] dazu den Teaser unseres Blogspot-Blog 2014 ff. „Philosophical Practices / Politics / Disseminations Philosophische Praxis G Kaučić & AL Huber“ https://disseminationsdjayphilpraxkaucic.blogspot.com/
Achtung!, – nur in der Web-Version lesbar!
und
[b] die kleine Inductio zur Philosophischen Praxis mit Gerhard Kaučić, geb. 1959, Dr. phil. und Anna Lydia Huber, geb. 1959, MSc https://www.philosophischepraxiskaucicundhuber.at/ ]]
Sie (GPP) begreift philosophische Reflexion als eine Tätigkeit, die untrennbar mit den sprachlichen, schriftlichen und diskursiven Bedingungen ihrer Möglichkeit verbunden ist. In diesem Sinne versteht sie Philosophie nicht primär als System von Lehrsätzen, sondern als Analyse derjenigen Strukturen, in denen Bedeutung, Subjektivität und Weltbezug hervorgebracht werden.
Im Zentrum steht die Annahme, daß Denken stets in Zeichenprozessen situiert ist und daß diese Prozesse nicht neutral, sondern historisch, kulturell und diskursiv geprägt sind. Die Praxis untersucht daher die Differenzen, Spuren und Verschiebungen, die in sprachlichen Äußerungen, Texten und Begriffen wirksam sind. Sie macht sichtbar, wie sich Sinn konstituiert, wie er sich transformiert und wie er durch implizite semantische Ordnungen reguliert wird.
Methodisch verbindet unsere grammatologische philosophische Praxis (GPP) dekonstruktive Textarbeit, dialogische Begriffsklärung und philosophische Beratung. Das Gespräch dient als Ort der gemeinsamen Rekonstruktion und Irritation von Bedeutungsstrukturen.
Texte – philosophische, literarische oder autobiographische – fungieren als Material, an dem sich die Dynamik von Sinnbildung exemplarisch zeigen läßt. Dabei wird nicht auf begriffliche Eindeutigkeit im klassischen Sinne gezielt, sondern auf eine Sensibilisierung für die produktive Mehrdeutigkeit sprachlicher Vollzüge.
In ihrer praktischen Ausrichtung versteht sich unsere grammatologische philosophische Praxis als existentielle Hermeneutik der Sprache.
Sie begleitet Individuen darin, die sprachlichen und schriftlichen Muster, durch die sie sich selbst und ihre Welt verstehen, zu reflektieren und zu transformieren. Indem sie die Kontingenz und Offenheit dieser Muster freilegt, eröffnet sie neue Möglichkeiten der Selbstdeutung und Lebensgestaltung.
Damit stellt die grammatologische philosophische Praxis (GPP) eine innovative Verbindung von Dekonstruktion, Sprachphilosophie und angewandter Philosophie dar.
Sie erweitert das Feld philosophischer Praxis um eine theoretisch anspruchsvolle und zugleich lebensweltlich relevante Perspektive, die die konstitutive Rolle von Sprache und Schrift für das Philosophieren selbst in den Mittelpunkt rückt.
[[ Einschub 1:
Willkommen in der grammatologischen philosophischen Praxis.
Im philosophischen Gespräch wie in der gemeinsamen Textarbeit öffnen wir einen Raum, in dem Begriffe geklärt, Denkfiguren sichtbar gemacht und festgefahrene Bedeutungen in Bewegung gebracht werden. Dabei orientieren wir uns an einer grammatologischen Perspektive, die die Dynamik von Differenz, Spur und Mehrdeutigkeit ernst nimmt.
Unsere Arbeit richtet sich an alle, die philosophische Reflexion als Möglichkeit der Selbst- und Weltdeutung verstehen. Wir unterstützen Sie darin, die sprachlichen Muster, die Ihr Denken prägen, zu erkennen und neue Perspektiven zu entwickeln. Schreiben und Lesen (lécriture) sind dabei zentrale Elemente unserer Praxis: Sie dienen als Orte, an denen sich Sinn zeigt, verschiebt und neu formt.
Die grammatologische philosophische Praxis verbindet theoretische Tiefe mit lebensweltlicher Relevanz. Sie eröffnet Wege, die eigene Sprache bewußter zu gestalten, Denkgewohnheiten zu hinterfragen und neue Formen des Verstehens zu erproben. Wir laden Sie ein, diesen Prozeß gemeinsam mit uns zu erkunden. (Zitat aus einem Brief an H. Wollschläger) ]]
Die von uns entwickelte grammatologische philosophische Praxis stellt eine spezifische Operationalisierung der Derridaschen Grammatologie im Feld angewandter Philosophie dar.
Sie begreift philosophische Praxis als eine Tätigkeit, die nicht auf vorreflexive Subjektivität oder „unmittelbare“(!) Erfahrung rekurriert, sondern die konstitutive Medialität von Sprache und Schrift als Text als die Bedingung der Möglichkeit von Sinn, Selbstverhältnis und Weltbezug ernst nimmt.
Im Unterschied zu hermeneutischen oder existenzphilosophischen Modellen, die Bedeutung als intentional oder existentiell fundiert verstehen, setzt die grammatologische Praxis bei der Differenzstruktur des Signifikanten an. Sie analysiert jene iterablen, kontextuellen und differentiellen Prozesse, durch die Bedeutungen nicht stabilisiert, sondern permanent verschoben werden.
Philosophische Praxis (PP) wird damit zu einer Dekonstruktion der semantischen Ordnungen, die Subjektivität, Normativität und Erfahrung hervorbringen.
Methodisch verbindet die Praxis dekonstruktive Lektüre, dialogische Analyse und schriftbasierte Reflexionsformen. Texte – philosophische, literarische oder autobiographische – fungieren nicht als zu interpretierende Inhalte, sondern als Materialisierungen von Spuren, an denen sich die Instabilität und Produktivität von Sinn exemplarisch zeigt. Das philosophische Gespräch dient nicht der Klärung im Sinne eindeutiger Begriffsbestimmungen, sondern der Exponierung jener Differenzen, die jede Bedeutungsbildung durchziehen.
Die grammatologische philosophische Praxis (GPP) versteht sich somit als postfundamentalistische Form angewandter Philosophie, die die Unmöglichkeit letzter Begründungen nicht als Defizit, sondern als Ausgangspunkt einer offenen, nicht-dogmatischen und zugleich theoretisch anspruchsvollen Praxis begreift.
Sie erweitert das Feld philosophischer Praxis um eine Perspektive, die die Materialität der Schrift, die Kontingenz von Sinn und die Unabschließbarkeit des Verstehens in den Mittelpunkt rückt.
Was uns und unsere Praxis von anderen unterscheidet:
Die grammatologische Praxis betont die Unmöglichkeit unmittelbarer Erfahrung, da jede Erfahrung sprachlich vermittelt ist und der Reflexion und einer Bearbeitung bedarf, um überhaupt „Erfahrung“ sein und werden zu können.
Während klassische Praxis auf Begriffsklärung zielt, arbeitet die grammatologische Praxis mit Begriffsdestabilisierung und Differenzanalyse.
Analytische Praxis strebt Eindeutigkeit an. Grammatologische Praxis arbeitet mit Mehrdeutigkeit als konstitutivem Merkmal von Sprache.
Analytische Praxis sucht Definitionen. Grammatologische Praxis untersucht Spuren, Verschiebungen, Kontextabhängigkeit.
Hermeneutik geht von einer grundlegenden Sinnhaftigkeit aus. Grammatologie von der Unabschließbarkeit und Instabilität von Sinn.
Hermeneutik sucht Kohärenz. Grammatologische Praxis legt Differenzen und Brüche frei.
Hermeneutik vertraut auf Interpretation. Grammatologische Praxis dekonstruiert die Bedingungen von Interpretation selbst.
Existenzphilosophie setzt ein vorgegebenes Subjekt voraus. Grammatologische Praxis zeigt, daß Subjektivität durch Zeichenprozesse konstituiert wird.
Existenzielle Praxis sucht Selbstklärung. Grammatologische Praxis zeigt die Unmöglichkeit eines vollständig transparenten Selbst.
Narrative Praxis arbeitet mit kohärenten Erzählungen. Grammatologische Praxis zeigt, daß jede Erzählung durch Differenz, Auslassung und Spur strukturiert ist.
Narrative Praxis stabilisiert Identität. Grammatologische Praxis destabilisiert sie produktiv.
Die Grammatologische Philosophische Praxis ist: radikal sprachtheoretisch / sprachanalytisch dekonstruktiv statt hermeneutisch / differenzorientiert statt einheitsorientiert / postfundamentalistisch statt essenzialistisch / schriftbasiert statt erfahrungsunmittelbar.
[[ Einschub 2:
Es gibt Orte, an denen Sprache nicht einfach gesprochen wird, sondern sich selbst zuhört. Orte, an denen Worte nicht bloß Mittel sind, sondern Spuren, die auf etwas verweisen, das sich entzieht und doch berührt. Die grammatologische philosophische Praxis ist ein solcher Ort. (vgl.: Jacques Derrida, Berühren, Jean-Luc Nancy und Antje Kapust, Berührung ohne Berührung: Ethik und Ontologie bei Merleau-Ponty und Levinas)
Hier wird nicht nach endgültigen Antworten gesucht, sondern nach den feinen Bewegungen, die Bedeutung hervorbringen – jenen Verschiebungen, die im Schatten der Wörter liegen. Wir folgen den Linien der Schrift wie Wandernde einem Pfad, der sich im Gehen erst zeigt. Jeder Begriff trägt ein Echo in sich, jede Aussage eine Ferne, die sie zugleich ermöglicht und unterbricht.
Im Gespräch öffnen wir Räume, in denen Sprache sich entfalten darf, ohne festgelegt zu werden. Wir lauschen den Brüchen, den Wiederholungen, den leisen Differenzen, die das Denken formen. Wir lesen Texte wie Landschaften: nicht um sie zu beherrschen, sondern um uns von ihnen verwandeln zu lassen. Schreiben wird zu einer Geste des Sich‑Annäherns, Lesen zu einer Kunst des Wahrnehmens.
Diese Praxis ist kein Ort der Eindeutigkeit. Sie ist ein Ort der Offenheit. Ein Ort, an dem Sinn nicht fixiert, sondern freigesetzt wird. Ein Ort, an dem Menschen entdecken können, daß ihre eigenen Worte mehr wissen als sie selbst – und daß in jeder Formulierung ein anderes mögliches Leben aufscheint.
Die grammatologische philosophische Praxis lädt dazu ein, die eigene Sprache neu zu betreten. Nicht als Besitz, sondern als Weg. Nicht als Werkzeug, sondern als Welt. Hier wird Denken zu einer poetischen Bewegung: tastend, wach, aufmerksam für das, was sich zeigt, wenn man den Worten erlaubt, anders zu werden. Zitat aus GACK, Sem VII ]]
Die grammatologische philosophische Praxis, wie sie von uns (GK & ALH) entwickelt wurde, steht in einem theoretischen Feld, das sich aus der Dekonstruktion Jacques Derridas speist und zugleich durch poststrukturalistische, rhetorische und performativitätstheoretische Ansätze erweitert wird.
Sie versteht philosophische Praxis (PP) als eine Tätigkeit, die sich im Medium der Schrift vollzieht – im Sinne von Derridas Formulierung, „il n’y a pas de hors‑texte“ (Derrida, De la grammatologie, 1967).
Damit wird Sprache nicht als neutrales Transportmittel von Gedanken begriffen, sondern als ein Gefüge von Differenzen, Spuren und Iterationen, das Subjektivität und Weltbezug erst hervorbringt.
Die Praxis knüpft an Paul de Mans rhetorische Lektüren an, die zeigen, daß Bedeutung nicht stabil, sondern durch Tropen, Verschiebungen und semantische Brüche strukturiert ist (de Man, Allegories of Reading, 1979).
Diese Einsicht bildet die Grundlage für eine philosophische Gesprächsform, die nicht auf begriffliche Eindeutigkeit zielt, sondern auf die Sichtbarmachung jener rhetorischen und semantischen Prozesse, die das Denken prägen.
Zugleich integriert unsere Praxis Einsichten aus Judith Butlers Theorie der Performativität, insbesondere die Idee, daß Subjektivität durch wiederholte sprachliche Akte konstituiert wird (Butler, Bodies That Matter, 1993).
Damit wird philosophische Praxis (PP) zu einer Reflexion jener performativen Muster, die Identität und Normativität hervorbringen – und zu einer Möglichkeit, diese Muster zu irritieren und neu zu gestalten.
Fußnote:
[Judith Butlers Theorie der Performativität besagt, daß Geschlecht (Gender) nicht eine angeborene Essenz, sondern eine soziale Konstruktion ist, die durch wiederholte, kulturell geprägte Handlungen, Gesten, Sprechweisen und Kleidung (!) hervorgebracht wird.
Wir „tun“ unser Geschlecht, anstatt es einfach zu „sein“. Durch ständige Nachahmung und Wiederholung kultureller Normen entsteht die Illusion von Natürlichkeit und Stabilität, aber diese Performance kann auch unterlaufen werden, um etablierte Geschlechterkategorien zu destabilisieren und zu verändern, was grundlegend für die Queer-Theorie ist.]
Jean‑Luc Nancys Überlegungen zur „partage du sens“ (Nancy, Le sens du monde, 1993) liefern einen weiteren theoretischen Resonanzraum: Sinn erscheint nicht als Besitz eines Subjekts, sondern als geteilte, sich ständig verschiebende Struktur.
Die grammatologische philosophische Praxis (GPP) macht diese Teilbarkeit und Offenheit von Sinn im Gespräch erfahrbar, indem sie die Bedingungen seiner Entstehung freilegt.
Insgesamt läßt sich sagen: Unsere Praxis verbindet Derridas Grammatologie, de Mans Rhetoriktheorie, Butlers Performativität und Nancys Sinn- und Sozio-Ontologie zu einer eigenständigen Form philosophischer Praxis, die die Materialität der Sprache, die Instabilität des Sinns und die Prozesshaftigkeit des Subjekts ins Zentrum rückt.
Zum Abschluß noch kurz unsere Positionsbestimmung im internationalen Kontext
Im internationalen Kontext nimmt die Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) eine singuläre Position ein.
Während Philosophische Praxis (PP) weltweit in unterschiedlichen Traditionen verankert ist – etwa der sokratischen Gesprächsführung (USA), der existenziellen Beratung (Frankreich), der analytischen Argumentationspraxis (UK) oder der dialogischen Lebenskunst (Israel, Niederlande) – unterscheidet sich unser Ansatz von Philosophischer Praxis durch seine konsequente sprachtheoretische, sprachanalytisch philosophische (vgl.: Ernst Tugendhat, Vorlesungen zur Einführung in die sprachanalytische Philosophie, Suhrkamp) und dekonstruktive Ausrichtung.
USA
In den USA dominiert eine pragmatische, oft therapeutisch inspirierte Form philosophischer Praxis. Dekonstruktive Ansätze sind dort primär akademisch verortet (Yale School, Paul de Man, Barbara Johnson, später Butler). Eine Übertragung dieser Theorien in die praktische Philosophie findet kaum statt.
Frankreich
Frankreich ist das Ursprungsland der Grammatologie, doch philosophische Praxis ist dort traditionell stärker existenzialistisch oder phänomenologisch geprägt.
Derridas Einfluß bleibt überwiegend theoretisch. Eine praktische Umsetzung seiner Schrift‑ und Differenzphilosophie ist selten.
UK
Im Vereinigten Königreich dominiert die analytische Tradition. Philosophische Praxis orientiert sich an Argumentationsanalyse und logischer Klärung – ein Ansatz, der der grammatologischen Perspektive diametral gegenübersteht.
Israel / Niederlande
Hier finden sich dialogische und sokratische Formen philosophischer Praxis, die auf existenzielle Klärung und Lebenskunst zielen.
Sprachkritik spielt eine Rolle, aber nicht im dekonstruktiven, schriftbezogenen, textverbundenen, (basierend auf der Zeichentheorie Saussures und der Greimas’schen Textgrammatik als strukturale Semantik, Semiotik und Bedeutungstheorie, – die Signifikation der Seme sowie R. Barthes‘ Semiologie) zeichentheoretischen Sinn als Grammatologie (vgl.: Derrida, Grammatologie).
Deutschland / Schweiz / Österreich
Im deutschsprachigen Raum existiert eine starke Tradition Philosophischer Praxis (PP) (G. Achenbach, G. Witzany, W. Schmid, Th. Gutknecht, J. Koch, L. Hirn, U. Gahlings, H. Bennent-Vahle, L. Hemetsberger, C. S. Dorchain u.v.a. ), diese ist jedoch überwiegend phänomenologisch, philosophiegeschichtlich oder lebensweltlich orientiert.
Die grammatologische philosophische Praxis (Kaucic & Huber) ist innerhalb dieser Landschaft ein theoretisch hochspezialisierter Sonderfall, der Derridas Grammatologie nicht nur interpretiert, sondern praktisch operationalisiert.
Die Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) ist:
International einzigartig, da sie Dekonstruktion praktisch anwendet / theoretisch anspruchsvoller als die meisten Formen philosophischer Praxis / sprach- und schriftzentriert, im Gegensatz zu existenziellen oder argumentativen Modellen / postfundamentalistisch, während viele internationale Ansätze implizit auf stabile Begriffe setzen / interdisziplinär anschlußfähig an Literaturtheorie, Gender Studies, Medienphilosophie und Poststrukturalismus.
Sie bildet damit eine eigenständige Strömung, die im globalen Feld philosophischer Praxis eine theoretisch hochgradig reflektierte und zugleich praktisch wirksame Position einnimmt. (ALH & GK)
P.s.:
Zum Schriftbegriff (!) cf. bes. unsere Zeitschrift „Die Grüne F Abyss“ und unsere beiden Blogs, –
bes. auch das Ende unseres Teasers im Blogspot-Blog 2014 ff. „Philosophical Practices / Politics / Disseminations Philosophische Praxis G Kaučić & AL Huber“ https://disseminationsdjayphilpraxkaucic.blogspot.com/ Achtung!, – nur in der Web-Version lesbar!
in English:
Characterization of Grammatological Philosophical Practice (GPP GK & ALH)
The Grammatological Philosophical Practice (GPP) developed by us (Gerhard Kaučić & Anna Lydia Huber) represents a specific form of Philosophical Practice (PP) that is explicitly oriented toward the grammatology founded by Jacques Derrida.
[[ cf. :
[a] See the teaser (German/English) of our Blogspot blog 2014 ff. “Philosophical Practices / Politics / Disseminations Philosophical Practice G Kaučić & AL Huber” https://disseminationsdjayphilpraxkaucic.blogspot.com/
Attention! – only readable in the web version!
and
[b] the short Inductio on Philosophical Practice with Gerhard Kaučić, born 1959, Dr. phil. and Anna Lydia Huber, born 1959, MSc https://www.philosophischepraxiskaucicundhuber.at/ ]]
It (GPP) understands philosophical reflection as an activity that is inseparably linked to the linguistic, written, and discursive conditions of its possibility. In this sense, it understands philosophy not primarily as a system of doctrines, but as an analysis of the structures in which meaning, subjectivity, and world reference are produced.
At its core is the assumption that thinking is always situated in sign processes and that these processes are not neutral, but historically, culturally, and discursively shaped. The practice therefore examines the differences, traces, and shifts that are effective in linguistic utterances, texts, and concepts. It reveals how meaning is constituted, how it is transformed, and how it is regulated by implicit semantic orders.
Methodologically, our grammatological philosophical practice combines deconstructive text work, dialogical clarification of concepts, and philosophical counseling. Conversation serves as a place for the joint reconstruction and disruption of structures of meaning.
Texts—philosophical, literary, or autobiographical—serve as material that exemplifies the dynamics of meaning formation. The aim is not conceptual clarity in the classical sense, but rather an awareness of the productive ambiguity of linguistic acts.
In its practical orientation, our grammatological philosophical practice understands itself as an existential hermeneutics of language.
It accompanies individuals in reflecting on and transforming the linguistic and written patterns through which they understand themselves and their world. By exposing the contingency and openness of these patterns, it opens up new possibilities for self-interpretation and life design.
Grammatological philosophical practice thus represents an innovative combination of deconstruction, philosophy of language, and applied philosophy.
It expands the field of philosophical practice by adding a theoretically sophisticated and, at the same time, relevant perspective that focuses on the constitutive role of language and writing for philosophizing itself.
[[ Insert 1:
Welcome to the grammatological philosophical practice.
In philosophical conversation and in joint text work, we open up a space in which concepts are clarified, figures of thought are made visible, and entrenched meanings are set in motion. In doing so, we take a grammatological perspective that takes the dynamics of difference, trace, and ambiguity seriously.
Our work is aimed at anyone who understands philosophical reflection as a way of interpreting oneself and the world. We support you in recognizing the linguistic patterns that shape your thinking and in developing new perspectives. Writing and reading (lécriture) are central elements of our practice: they serve as places where meaning reveals itself, shifts, and takes new form.
Grammatological philosophical practice combines theoretical depth with relevance to everyday life. It opens up ways to shape one’s own language more consciously, to question habits of thought, and to try out new forms of understanding. We invite you to explore this process together with us. (Quote from a letter to H. Wollschläger) ]]
The Grammatological Philosophical Practice we have developed represents a specific operationalization of Derrida’s grammatology in the field of applied philosophy.
It understands Philosophical Practice (PP) as an activity that does not recur to pre-reflexive subjectivity or “immediate” (!) experience, but takes seriously the constitutive mediality of language and writing as text as the condition of the possibility of meaning, self-relation, and world-relation.
In contrast to hermeneutic or existential philosophical models, which understand meaning as intentional or existentially grounded, grammatological practice starts from the differential structure of the signifier. It analyzes those iterable, contextual, and differential processes through which meanings are not stabilized but permanently shifted. Philosophical practice thus becomes a deconstruction of the semantic orders that produce subjectivity, normativity, and experience.
Methodologically, the practice combines deconstructive reading, dialogical analysis, and text-based forms of reflection. Texts—philosophical, literary, or autobiographical—do not function as content to be interpreted, but rather as materializations of traces that exemplify the instability and productivity of meaning. Philosophical discourse does not serve to clarify in the sense of unambiguous definitions of terms, but rather to expose the differences that permeate every formation of meaning.
Grammatological Philosophical Practice (GPP) thus understands itself as a post-fundamentalist form of applied philosophy that understands the impossibility of ultimate justifications not as a deficit, but as the starting point for an open, non-dogmatic, and at the same time theoretically demanding practice.
It expands the field of Philosophical Practice (PP) by adding a perspective that focuses on the materiality of scripture, the contingency of meaning, and the incompleteness of understanding.
What distinguishes us and our practice from others:
Grammatological practice emphasizes the impossibility of immediate experience, since every experience is mediated by language and requires reflection and processing in order to be and become “experience” at all.
While classical practice aims at clarifying concepts, grammatological practice works with conceptual destabilization and difference analysis.
Analytical practice strives for clarity. Grammatological practice works with ambiguity as a constitutive feature of language.
Analytical practice seeks definitions. Grammatological practice examines traces, shifts, and context dependency.
Hermeneutics assumes a fundamental meaningfulness. Grammatology assumes the incompleteness and instability of meaning.
Hermeneutics seeks coherence. Grammatological practice reveals differences and breaks.
Hermeneutics relies on interpretation. Grammatological practice deconstructs the conditions of interpretation itself.
Existential philosophy presupposes a given subject. Grammatological practice shows that subjectivity is constituted by sign processes.
Existential practice seeks self-clarification. Grammatological practice shows the impossibility of a completely transparent self.
Narrative practice works with coherent narratives. Grammatological practice shows that every narrative is structured by difference, omission, and trace.
Narrative practice stabilizes identity. Grammatological practice destabilizes it productively.
Grammatological Philosophical Practice (GPP) is: radically linguistic-theoretical/linguistic-analytical deconstructive rather than hermeneutic/difference-oriented rather than unity-oriented/post-fundamentalist rather than essentialist/script-based rather than experientially immediate.
[[ Insert 2:
There are places where language is not simply spoken, but listens to itself. Places where words are not merely means, but traces that refer to something that eludes us and yet touches us. Grammatological philosophical practice is such a place. (cf.: Jacques Derrida, Touching, Jean-Luc Nancy and Antje Kapust, Touching Without Touching: Ethics and Ontology in Merleau-Ponty and Levinas)
Here, we do not seek definitive answers, but rather the subtle movements that give rise to meaning—those shifts that lie in the shadows of words. We follow the lines of writing/scripture like travelers following a path that only reveals itself as we walk. Every concept carries an echo within it, every statement a distance that both enables and interrupts it.
In conversation, we open up spaces in which language can unfold without being fixed. We listen to the breaks, the repetitions, the subtle differences that shape thought. We read texts like landscapes: not to master them, but to allow ourselves to be transformed by them. Writing becomes a gesture of approaching, reading an art of perception.
This practice is not a place of clarity. It is a place of openness. A place where meaning is not fixed, but released. A place where people can discover that their own words know more than they do—and that in every formulation, another possible life appears.
Grammatological philosophical practice invites us to re-enter our own language. Not as a possession, but as a path. Not as a tool, but as a world. Here, thinking becomes a poetic movement: tentative, alert, attentive to what emerges when we allow words to become different. ( Quote from GACK, Sem VII) ]]
Grammatological Philosophical Practice (GPP), as developed by us (GK & ALH), is situated in a theoretical field that draws on Jacques Derrida’s deconstruction and is simultaneously expanded by poststructuralist, rhetorical, and performativity-theoretical approaches.
It understands Philosophical Practice (PP) as an activity that takes place in the medium of scripture/text/writing – in the sense of Derrida’s formulation, “il n’y a pas de hors-texte” (Derrida, De la grammatologie, 1967).
Thus, language is not understood as a neutral means of transporting thoughts, but as a structure of differences, traces, and iterations that first produces subjectivity and world reference.
The practice ties in with Paul de Man’s rhetorical readings, which show that meaning is not stable, but structured by tropes, shifts, and semantic breaks (de Man, Allegories of Reading, 1979).
This insight forms the basis for a philosophical form of conversation that does not aim at conceptual clarity, but rather at making visible the rhetorical and semantic processes that shape thought.
At the same time, our practice incorporates insights from Judith Butler’s theory of performativity, in particular the idea that subjectivity is constituted through repeated linguistic acts (Butler, Bodies That Matter, 1993).
This turns Philosophical Practice (PP) into a reflection on the performative patterns that produce identity and normativity—and into an opportunity to disrupt and reshape these patterns.
Footnote:
[Judith Butler’s theory of performativity states that gender is not an innate essence, but a social construct that is produced through repeated, culturally influenced actions, gestures, ways of speaking, and clothing (!).
We “do” our gender rather than simply “being” it. Constant imitation and repetition of cultural norms create the illusion of naturalness and stability, but this performance can also be subverted to destabilize and change established gender categories, which is fundamental to queer theory.]
Jean-Luc Nancy’s reflections on “partage du sens” (Nancy, Le sens du monde, 1993) provide another theoretical resonance: meaning does not appear as the possession of a subject, but as a shared, constantly shifting structure.
Grammatological Philosophical Practice (GPP) makes this divisibility and openness of meaning experiential in conversation by revealing the conditions of its emergence.
Overall, it can be said that our practice combines Derrida’s grammatology, de Man’s theory of rhetoric, Butler’s performativity, and Nancy’s ontology of meaning and socio-ontology into an independent form of philosophical practice that focuses on the materiality of language, the instability of meaning, and the processual nature of the subject.
Finally, a brief overview of our position in the international context
In the international context, Grammatological Philosophical Practice (GPP) occupies a unique position.
While Philosophical Practice (PP) is anchored in different traditions around the world—such as Socratic dialogue (USA), existential counseling (France), analytical argumentation (UK), or dialogical life skills (Israel, Netherlands)—our approach to philosophical practice differs in its consistent linguistic-theoretical, linguistic-analytical philosophical orientation (cf. Ernst Tugendhat, Lectures on the Introduction to Language-Analytical Philosophy, Suhrkamp) and deconstructive orientation.
USA
In the USA, a pragmatic, often therapeutically inspired form of philosophical practice dominates. Deconstructive approaches are primarily located in academia (Yale School, Paul de Man, Barbara Johnson, later Butler). These theories are rarely transferred into practical philosophy.
France
France is the country of origin of grammatology, but philosophical practice there is traditionally more existentialist or phenomenological in nature.
Derrida’s influence remains predominantly theoretical. Practical implementation of his philosophy of writing and difference is rare.
UK
The analytical tradition dominates in the United Kingdom. Philosophical practice is oriented toward argumentation analysis and logical clarification—an approach that is diametrically opposed to the grammatological perspective.
Israel / Netherlands
Here we find dialogical and Socratic forms of philosophical practice that aim at existential clarification and the art of living.
Language criticism plays a role, but not in the deconstructive, writing-related, text-related, sign-theoretical sense (based on Saussure’s sign theory and Greimas’s text grammar as structural semantics, semiotics, and theory of meaning—the signification of semes and R. Barthes’s semiology) as grammatology (cf.: Derrida, Of Grammatology).
Germany / Switzerland / Austria
There is a strong tradition of Philosophical Practice (PP) in German-speaking countries (G. Achenbach, G. Witzany, W. Schmid, Th. Gutknecht, J. Koch, L. Hirn, U. Gahlings, H. Bennent-Vahle, L. Hemetsberger, C. S. Dorchain, and many others ), but this is predominantly phenomenological, historical-philosophical, or lifeworld-oriented.
Grammatological Philosophical Practice (GPP, Kaucic & Huber) is a highly specialized theoretical special case within this landscape, which not only interprets Derrida’s grammatology, but also operationalizes it in practice.
Grammatological Philosophical Practice (GPP) is:
Unique internationally, as it applies deconstruction in practice / More theoretically sophisticated than most forms of philosophical practice / Language- and text-centered, in contrast to existential or argumentative models / Post-fundamentalist, while many international approaches implicitly rely on stable concepts / Interdisciplinary, compatible with literary theory, gender studies, media philosophy, and poststructuralism.
It thus forms an independent movement that occupies a theoretically highly reflective and at the same time practically effective position in the global field of Philosophical Practice. (ALH & GK)
P.S.:
For the concept of writing/Scripture (!), see in particular our magazine “Die Grüne F Abyss” and our two blogs, –
especially the end of our teaser in the Blogspot blog 2014 ff. “Philosophical Practices / Politics / Disseminations Philosophical Practice G Kaučić & AL Huber” https://disseminationsdjayphilpraxkaucic.blogspot.com/ Attention! – only readable in the web version!
(Translation GK & ALH)
Abspann / Closing sequence:
Psychoanalyse, Sprachanalytische Philosophie, das Unbewußte
Die Sprache, das Sprechen, das Unbewußte (Ubw)
Der Satz und die Philosophie
Philosophical Practice Vienna 1989 ff. Analysis Complication Aporia Identity Dislocation Meta-thesis Deconstruction
Falls Sie interessiert sind an einer PP mit mir/uns, bitte nur unter dieser E-mail einen Termin reservieren: To contact me/us, please use only this email: g.kaucic[at]chello.at
If you are interested in a PP (Philosophical Practice) with me/us, please reserve an appointment only under this email: To contact us, please use only this email: gack[at]chello.at
Philosophers, Writers, Philosophical Practitioners, Mediators, Translators, Feminists, Freeriders, (Wild) Camping Enthusiasts, Survivors Vienna
Philosophical Practice weltweit … rund um die Uhr … rund um die Welt, … „face à face“, … confidential one-to-one conversation, … around the clock … around the world
Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) Dr. Gerhard Kaucic / Djay PhilPrax ( geb. 1959, Autor, Philosoph, PP seit 1989 ) Gespräch, Analyse, Diskurs, Problematisierung, Identitätsdislokation, Subjektivierung, Formalisierung, Fältelung, Komplizierung, Aporie, Dekonstruktion
Öffnungszeiten / Hours of opening: Mo – Do: 11 – 20 Uhr
Honorar nach Vereinbarung / Charge by arrangement
Gespräche outdoor/indoor: Grammatologien, Kontextualisierungen, Analysen, Komplizierungen, Plurivalenzen, Dependenzen, Interdependenzen, Grammatiken, Aporien, Dekonstruktion…rund um die Uhr…rund um die Welt…
…around the clock …around the world…
GESPRÄCHE sind EREIGNISSE als TEXT
cf. Jacques Derrida, Signatur Ereignis Kontext, – in: Randgänge der Philosophie, Wien 1988, S. 291-314 ( Französische Originalausgabe: Marges de la philosophie, Paris 1972 )
Philosophical Practice Vienna 1989 ff. Analysis Complication Aporia Identity Dislocation Meta-thesis Deconstruction
Cf. list of publications at: https://scholar.google.at/citations?user=wNUSN64AAAAJ&hl=de
To contact us, please use only these emails:
g.kaucic[at]chello[dot]at or gack[at]chello.at
Projekte / Projects (1989 – 2026 ff.) 37 Jahre Philosophische Praxis Wien GK & ALH
Mehr dazu siehe unseren Teaser und unseren Footer sowie die übrigen Postings im Blogspot-Blog 2014 ff.
Homepage:

Anna Lydia Huber (MSc, 66, 2025), Österreichische Philosophin, Grammatologische Philosophische Praxis Wien

Philosophical Lounge / Philosophischer Salon G Kaučić & AL Huber Wien, Österreich, –
Gerhard Kaučić (*1959), Leiter einer Grammatologischen Philosophischen Praxis (GPP) seit 37 Jahren in Wien ( 1989-2026 ff.)

Gerhard Kaučić (Dr. phil., 66, 2025), Österreichischer Philosoph, Grammatologische Philosophische Praxis Wien
Demokratie leben Living Democracy Demokratie leben !!!

Demokratie leben ! Living Democracy !
Dekonstruktion hat eine ethische Komponente, da sie die Beziehung zum Anderen eröffnet, insofern sie Zugänge zu bislang Ungedachtem oder bisher Ausgeschlossenem findet und möglicherweise neue gesellschaftliche, neue zwischenmenschliche, neue politische, neue wissenschaftliche, neue juristische, neue technische, neue philosophische und künstlerische Denk- und Handlungsweisen erfindet oder auffindet (vgl. dazu E. Lévinas und J. Derrida).
Ich denke, jene, die autoritär denken und handeln, unterliegen einigen Grundirrtümern aufgrund vieler Fehlannahmen infolge unhinterfragter und nicht in deren Horizont des Denkens liegender Denkvoraussetzungen. Unfähigkeit zur Selbstreflektion!

Gerhard Kaučić (66), Philosoph
Gerhard Kaučić (geb. 1959), Philosopher, Writer, Trans-lator, Philosophical Practitioner, Queer Theorist, Deconstruction, Queertheoretiker, Philosophischer Praktiker, Schriftsteller, Über-Setzer, Philosoph, Grammatologe, Autor, Wien, Austria, Europe
Gründer (1989) der ersten grammatologischen philosophischen Praxis (GPP) weltweit, – 37 years Philosophical Practitioner Gerhard Kaucic / Djay PhilPrax, Vienna, Austria, Europe
Philosophie … Dekonstruktion … „Recht auf Einsicht, oder die Erfindung des anderen“ (cf. J. Derrida, Psyche. Erfindung des Anderen, Wien 2011)

Anna Lydia Huber (66), Philosophin
Anna Lydia Huber (MSc, geb. 1959, Alter 66, 2025), Philosophische Praxis 2009 ff.
Philosophische Praktikerin/Praktische Philosophie, Sprachanalytische Philosophie, Dekonstruktion, Schriftstellerin, Übersetzerin, Österreichische Philosophin, Europäische Philosophin
Erzählungen, Berichte, Analysen, Reflexionen aus der Praxis/aus meiner/unserer Philosophischen Praxis
Wien 37 Jahre Praxis Jubiläum (1989-2026 ff.) Jubilaeum 37 Jahre PP 2025
Grammatologische PHILOSOPHISCHE PRAXIS GERHARD KAUCIC / DJAY PHILPRAX & ANNA LYDIA HUBER WIEN ÖSTERREICH EUROPA
Die Lehre der Lekritüre der Grammatologie.
Eine jede „Einschreibung“ ist nicht „für immer“, eine jede Einschreibung ist endlich wie das Subjekt selbst, dessen „Archiv“ zerstört werden kann wie jedes Archiv.
Auch jedes Medienarchiv.
Durch die Bewußtmachungsarbeit passieren Dinge, die wir nicht planen, nicht kontrollieren können.
Mit Turnheim behaupte ich eine grundsätzliche Verwandtschaft von Psychoanalyse und Demokratie und von Dekonstruktion und Demokratie. Alle drei Namen sprechen von der Irreduktibilität der Singularität bei gleichzeitiger versuchter Wiederholbarkeit!
Psychoanalyse und Dekonstruktion behaupten beide eine Irreduzibilität der Hetero-Affektion in der Erfahrung eines „Eigenen“ und beide gehen von einem Wirken eines inneren Fremdkörpers aus!
Die Illisibilität eines jeden Textes und seine „Grundlosigkeit“! (vgl. Michael Turnheim, Das Andere im Gleichen, S. 11)
Der Analytiker ist ein Leser, eine Leserin. Und! Der Analytiker wird zum Schreiber, zum Schriftsteller als lesenden.
Text bleibt unlesbar lesbar ! (vgl. R. Barthes Illisibilität)
Die „Einschreibung“ ist nicht „für immer“, eine jede Einschreibung ist endlich wie das Subjekt selbst, dessen „Archiv“ zerstört werden kann wie jedes Archiv. Auch jedes Medienarchiv.
Durch die Bewußtmachungsarbeit passieren Dinge, die wir nicht planen, nicht kontrollieren können.
Affizierungen !
Die diversen Affizierungen und Immunisierungen sind unkontrollierbar. Sie basieren und passieren aufgrund der jeweiligen individuell biographischen Vor-Einschreibungen.
Gegenwartsphilosophie
Contemporary Philosophy
Zur Frage und zum Wort „Dekonstruktion“ vgl. Jacques Derridas „Überlegungen“ in einem „Brief an einen japanischen Freund“ aus dem Jahr 1985, übersetzt ins Deutsche und abgedruckt in: J. Derrida, Psyche. Erfindungen des Anderen II. Wien 2013 (Passagen Vlg.), S. 15 – 22.
„Das Wort „deconstruction“ bezieht, wie jedes andere auch, seinen Bedeutungswert nur von einer Einschreibung in eine Kette möglicher Substitutionen, in das, was man so seelenruhig einen „Kontext“ nennt.“ (ebda., S. 21)
„Allem Anschein zum Trotz ist die Dekonstruktion jedenfalls weder eine Analyse noch eine Kritik …
Eine Analyse ist sie insbesondere deshalb nicht, weil die Zerlegung (décomposition) einer Struktur kein Rückgang zum einfachen Element, zu einem nicht weiter zerlegbaren Ursprung ist.
Diese Werte, wie der der Analyse, sind selbst der Dekonstruktion unterworfene Philosopheme.“ ( S. 19)
„Die Dekonstruktion hat Statt, sie ist ein Ereignis (événement), das nicht erst auf die Überlegung, das Bewußtsein oder die Organisation des Subjekts, nicht einmal der Moderne, wartet.
Es dekonstruiert sich.“ (S. 20)
Philosophie … Dekonstruktion … „Recht auf Einsicht, oder die Erfindung des anderen“ (cf. J. Derrida, Psyche. Erfindung des Anderen, Wien 2011)
„Die Dekonstruktion hat notwendigerweise von innen her zu operieren, sich aller subversiven, strategischen und ökonomischen Mittel der alten Struktur zu bedienen, sich ihrer strukturell zu bedienen“ (Derrida, Grammatologie, S. 45), um schließlich den nicht strukturell zu erfassenden Praxischarakter der Wahrheit freizulegen.
Gemeint ist die Sichtbarmachung der Doppelheit des gleichzeitigen An-und Abwesendsein der Wahrheit, des etwas Erblickens und dadurch anderes Aus-dem-Blickfeld-Ausschließens. (H. Kimmerle, J. Derrida zur Einführung, S. 49)
Dekonstruktion läßt sich nicht in einen „Begriff“ Dekonstruktion einschließen.
Und Dekonstruktion erschließt beziehungsweise eröffnet einen Zugang zum Anderen durch Entdeckungen von Unbekanntem oder bisher Ungedachtem.
Dekonstruktion läßt sich nicht definieren und nicht abschließen (vgl. dazu J. Derrida, Limited Inc, S. 171 ff.).
Die Dekonstruktion ist und bleibt stets die Befragung der Ursprünge, der Grundlagen und der Grenzen unseres begrifflichen, theoretischen und normativen Apparates. Und dies immer in der doppelten Bewegung der Différance.
Ein Text, der vielleicht aus gewohnter (binärer) These und Antithese besteht, enthüllt, wenn er dekonstruiert wird, beispielsweise eine Vielzahl von Perspektiven, die gleichzeitig vorhanden sind, – oft in Konflikt miteinander.
Dieser Konflikt aber wird durch die Dekonstruktion erst sichtbar.
Dekonstruktion hat eine ethische Komponente, da sie die Beziehung zum Anderen eröffnet, insofern sie Zugänge zu bislang Ungedachtem oder bisher Ausgeschlossenem findet und möglicherweise neue gesellschaftliche, neue zwischenmenschliche, neue politische, neue wissenschaftliche, neue juristische, neue technische, neue philosophische und künstlerische Denk- und Handlungsweisen erfindet oder auffindet (vgl. dazu E. Lévinas und J. Derrida).
Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) könnte dazu einen nicht wenig gewichtigen Beitrag leisten, denke ich.
Denken wir. (ALH & GK)
[[ Gerhard Kaučić / Djay PhilPrax (born 1959), Anna Lydia Huber (born 1959), Philosophers, –
Writers, Feminists, Freeriders, Grammatological Philosophical Practice, Vienna, PP since 1989, Dr. phil., MSc, —
( Copyright, Bildrechte, Urheberrecht, rights to images, copyright, Picture rights, Image Rights, Copyright, –
Texte, Fotos © Anna Lydia Huber, Gerhard Kaučić ) ]]
Zum besseren Verständnis und zur beginnenden Einübung in unsere philosophische Praxis lesen Sie bitte unsere Charakterisierung der Grammatologischen Philosophischen Praxis (GPP GK & ALH, Deutsch/Englisch), –
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For a better understanding and to begin practicing our philosophical approach, please read our characterization of Grammatological Philosophical Practice. (GPP GK & ALH, German/English), –
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