Theorie und Grammatologische Praxis, – eine Selbstfindung. (Dt.)
5 Leute, 5 Papers und ich (ALH) Wien, 20.07.2026
Wir über ihn (GK). Ohne sein Beisein.
Eine Gruppe von jungen Leuten kam eines Tages (vor etwa 3 Monaten) in unsere Praxis in Wien und verlangte mich (Anna Lydia Huber) zu sprechen. Mein Partner (GK) war zu dieser Zeit gerade beruflich im europäischen Nachbarland Tschechien.
Die Gruppe von fünf Student*innen legte mir je ein Papier von etwa 15 Seiten auf meinen Arbeitstisch und bat mich um einen kurzfristigen Termin für ein Gespräch. Ich solle mir die Papers durchschauen und danach Bescheid geben, ob sie zu mir kommen dürfen. Sie wollten nur zu mir. Nicht zu Gerhard Kaučić.
Mir wurde nach erster Durchsicht schnell klar, es ginge in den Papers auch nur um ihn (Gerhard Kaučić). Sie wollten ein Gespräch mit mir über ihn und seine/unsere Praxis. Nach einiger Bedenkzeit sagte ich zu. Vielleicht wird das ja sogar spannend und vielleicht sogar erhellend. Wer kann das im Vorhinein schon wissen.
Ein Termin wurde gefunden und sie kamen zu mir in unsere Praxis. Eine Praxiseinheit ohne Gerhard Kaučić. Das kam noch nicht oft vor.
Wir diskutierten anhand ihrer Papers ganze 8 Stunden ohne Unterbrechung und verfaßten am Ende dieser langen Gesprächseinheit aufgrund zahlreicher Notizen und Anmerkungen zu den im Protokollstil verfaßten Papers ein Abschlußpapier.
Zugegeben ein Konsenspapier.
Ich zeigte es Gerhard. Er änderte kein Wort daran und stimmte einer Veröffentlichung auf unserer Website zu. Es lag und liegt in meiner (ALH) Verantwortung allein.
Ich finde es einer Zugänglichkeitsmachung für wert und es kann nutzbar gemacht werden in zukünftigen Gesprächen zum Thema Grammatologische Philosophische Praxis.
Ja, und so hat es begonnen. Mit einer simplen Frage zum Praxisort.
Frage:
Hat Dr. Gerhard Kaučić als Philosoph in Südamerika praktiziert?
Es gibt nur einige wenige Hinweise darauf, daß Dr. Gerhard Kaučić jemals als Philosoph in Südamerika praktiziert hat. Alle verfügbaren Quellen verorten seine philosophische Tätigkeit eindeutig in Wien, wo er seit 1989 die Grammatologische Philosophische Praxis betreibt.
Wien (Österreich) — Zentrum seiner philosophischen Praxis seit 1989, gemeinsam mit (mir) Anna Lydia Huber.
Seine Projekte, Publikationen und biografischen Angaben beziehen sich durchgehend auf Wien und europäische Diskurse.
In den biografischen Quellen findet sich keine Erwähnung von Aufenthalten oder Praxisarbeit in Südamerika. (?)
Warum die Südamerika-Frage plausibel sein könnte – aber unbelegt bleibt?
Falls Ihr diese Frage stellt, weil seine Themen (Dekonstruktion, Postmoderne, Queer-Theorie, Gewalt, Demokratie) auch in südamerikanischen Kontexten relevant sind: Ja, seine Arbeiten können dort rezipiert worden sein.
Aber:
Keine Quelle weist auf eine dortige Praxis, Lehre oder längeren Aufenthalt hin.
Auch seine autobiografischen und projektbezogenen Texte listen keine Südamerika-Stationen.
Nach allen mir verfügbaren Informationen hat Gerhard Kaučić nicht in Südamerika praktiziert. Seine philosophische Arbeit ist klar in Wien verortet.
Meines Wissens war und ist er nicht nur in Wien tätig gewesen, sondern in Obertrum, London, Paris und Buenos Aires. Es gibt auf zahlreichen hotfrog Seiten Hinweise!
Ja, es gibt tatsächlich mehrere Online-Einträge, die Dr. Gerhard Kaucic mit Standorten wie Obertrum, London, Paris und Buenos Aires in Verbindung bringen. Diese stammen vor allem aus Firmenverzeichnissen wie Hotfrog, Cylex, Tuugo oder ähnlichen Aggregatoren.
Klare Antwort meinerseits, ja, in früheren Jahren ja, in den letzten Jahren, soweit ich mich erinnere, nur in Europa.
Wie wurde GK international rezipiert?
Gerhard Kaučić wird international rezipiert, aber nicht im Sinne einer breiten akademischen Wirkung, sondern vor allem über digitale Publikationsräume, Google‑Scholar, Blog‑Disseminationen und seine grammatologische philosophische Praxis, die sich selbst explizit als „weltweit … rund um die Uhr … rund um die Welt“ positioniert. Die Rezeption ist also vorhanden, aber spezialisiert, nischenspezifisch und stark an seine/unsere eigene Publikationsinfrastruktur gebunden.
Internationale Rezeption – die wichtigsten Dimensionen
1. Digitale Sichtbarkeit über Google Scholar und Blogs
Unsere Arbeiten erscheinen in Google Scholar, was bedeutet, daß sie international auffindbar und zitierbar sind.
Seine/unsere Texte sind dort zweisprachig (Deutsch/Englisch) gelistet, was die internationale Lesbarkeit erhöht.
Zudem betreiben wir seit 2014 einen zweisprachigen Blog, der philosophische Praxis, Politik und Dekonstruktion thematisiert. Dieser Blog ist global zugänglich und wird von internationalen Leser:innen rezipiert.
2. Internationale philosophische Einflüsse und Netzwerke
Seine Biografie zeigt intensive Studienaufenthalte in Paris, San Francisco, Berlin und New York, inklusive direkter Begegnungen mit Jacques Derrida, Luce Irigaray, Hélène Cixous und anderen zentralen Figuren der französischen Poststrukturalismus‑Szene.
Diese Einbettung in internationale Theorie‑Kontexte führt dazu, daß seine Arbeiten innerhalb poststrukturalistischer, feministischer und dekonstruktiver Diskurse wahrgenommen werden – wenn auch nicht im Mainstream der akademischen Philosophie.
3. Selbstpositionierung als „weltweite Praxis“
Die eigene Website beschreibt die Grammatologische Philosophische Praxis als „weltweit … rund um die Uhr … rund um die Welt“, was eine explizite internationale Ausrichtung signalisiert.
Das bedeutet nicht zwingend physische Präsenz, aber eine globale digitale Erreichbarkeit, die Rezeption über Grenzen hinweg ermöglicht.
4. Internationale Themenwahl
Viele seiner/unserer Texte sind zweisprachig (Deutsch/Englisch) und behandeln Themen wie:
Krieg und Wahrheit
Freiheit
Ökofeminismus
Dekonstruktion
Sokratismus / Grammatologie
Gewalt
Demokratie
Geschichtsbewußtsein, Medien u.v.a.
Diese Themen sind international relevant und werden entsprechend auch außerhalb Österreichs gelesen.
Wo seine Rezeption stattfindet
Akademische Rezeption (schmal, aber vorhanden)
Google Scholar listet seine Arbeiten.
Einige seiner Texte werden in Nischenbereichen der feministischen Theorie und Dekonstruktion rezipiert.
Seine/unsere Passagen‑Verlag‑Publikationen sind international verfügbar.
Digitale Rezeption
Blog‑Leserschaft (international zugänglich).
Website‑Texte in Deutsch/Englisch.
Internationale Auffindbarkeit über Suchmaschinen.
Wayback Machine (zitierbar)
Praxisbezogene Rezeption
Seine philosophische Praxis wird als international zugänglich dargestellt.
Die Rezeption erfolgt hier eher über Praxis‑Klient:innen, nicht über akademische Institutionen.
Kaučić ist international sichtbar und rezipiert – aber primär digital, nischenspezifisch und über seine eigene Publikationsinfrastruktur.
Er ist kein internationaler Mainstream‑Philosoph, aber ein international vernetzter und rezipierter Praktiker, dessen Arbeiten in bestimmten theoretischen und praxisorientierten Kreisen gelesen werden.
Wir vergleichen Kaučić mit anderen Philosophischen Praktikern
Gerhard Kaučić unterscheidet sich deutlich von anderen bekannten Vertreter*innen der Philosophischen Praxis – sowohl in Methode, Stil, theoretischer Einbettung als auch in seiner Selbstpositionierung. Er ist radikaler, dekonstruktiver, sprachtheoretischer und stärker an französischer Poststrukturalistik orientiert als die meisten Philosophischen Praktiker*innen.
Vergleich: Kaučić und die wichtigsten Philosophischen Praktiker
1. Gerd Achenbach — Begründer der Philosophischen Praxis
Ausrichtung: dialogisch‑existentiell, sokratisch, lebensweltlich
Ziel: Klärung persönlicher Fragen, philosophische Orientierung
Stil: klassisch-philosophisch, hermeneutisch
Theoriebezug: wenig theoretische Rahmung, bewußt anti-akademisch
Kaučić im Vergleich:
viel stärker theoriegeladen (Derrida, Irigaray, Cixous)
arbeitet grammatologisch, nicht hermeneutisch
weniger „Lebensberatung“, mehr Sprachkritik, Dekonstruktion, Textarbeit
radikaler politischer Einschlag
2. Ran Lahav — internationaler Vertreter, „Deep Philosophy“
Ausrichtung: kontemplativ, phänomenologisch
Ziel: Vertiefung des Selbstverständnisses
Stil: meditativ, still, introspektiv
Theoriebezug: Husserl, Existenzialismus
Kaučić im Vergleich:
nicht kontemplativ, sondern sprachkritisch und dekonstruktiv
weniger „Selbstvertiefung“, mehr Analyse von Macht, Gewalt, Wahrheit
stärker politisch und gesellschaftstheoretisch
3. Lou Marinoff — „Plato, not Prozac“
Ausrichtung: pragmatisch, lösungsorientiert
Ziel: praktische Lebenshilfe
Stil: populärphilosophisch, leicht zugänglich
Theoriebezug: klassische Philosophie (Aristoteles, Stoiker)
Kaučić im Vergleich:
diametral entgegengesetzt: keine populärphilosophische Vereinfachung
keine „Lösungen“, sondern Dekonstruktion von Problemen
Theoriebezug weit hinaus über die klassischen Philosophen, besonderes Augenmerk auf Postmoderne und Grammatologie
4. Oscar Brenifier — „Philosophical Inquiry“
Ausrichtung: sokratische Strenge, logische Präzision
Ziel: klare Begriffsarbeit
Stil: konfrontativ, dialektisch
Theoriebezug: klassische Logik, sokratische Methode
Kaučić im Vergleich:
nicht logisch-dialektisch, sondern sprachtheoretisch und poetisch
weniger konfrontativ, mehr dekonstruktiv und textanalytisch
keine sokratische Logik, sondern grammatologische Spurensuche
Was Kaučić einzigartig macht
1. Grammatologische Philosophische Praxis
Er ist der einzige Philosophische Praktiker, der seine Arbeit explizit auf Derridas Grammatologie gründet.
Das bedeutet:
Fokus auf Schrift, Text, Spur, Differenz
Analyse von Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit
philosophische Praxis als Sprachkritik, nicht als Beratung
2. Zweisprachige, internationale Selbstpositionierung
Er arbeitet Deutsch/Englisch, veröffentlicht global, und positioniert seine Praxis als „weltweit … rund um die Uhr“.
3. Politische Radikalität
Während viele Philosophische Praktiker*Innen bewußt unpolitisch bleiben, ist Kaučić:
politisch
feministisch
dekonstruktiv
gesellschaftskritisch
4. Nähe zu französischen Denkerinnen
Seine Begegnungen und Studien bei:
Derrida
Irigaray
Cixous
prägen seine Praxis stark — das ist in der Philosophischen Praxis-Szene extrem selten.
Kaučić steht innerhalb der Philosophischen Praxis als Sonderfall:
Er ist weder existentiell (Achenbach), noch pragmatisch (Marinoff), noch kontemplativ (Lahav), noch sokratisch (Brenifier).
Er ist dekonstruktiv, sprachtheoretisch, politisch und poststrukturalistisch – eine seltene Kombination.
Vergleichen wir Kaucic mit Derrida
Gerhard Kaučić steht in der Nähe Derridas, aber nicht als bloßer „Schüler“ oder „Fortsetzer“. Er ist ein praktizierender Philosoph, der Derridas Grammatologie in die Philosophische Praxis überführt – etwas, das Derrida selbst nie getan hat.
Damit bewegt sich Kaučić zwischen Dekonstruktion und Praxis, während Derrida zwischen Philosophie und Literaturtheorie operiert.
Grundunterschied: Theorie vs. Praxis
Derrida
Theoretiker, Schriftsteller, Universitätsphilosoph
Fokus: Schrift, Spur, Differenz, Dekonstruktion, Metaphysikkritik
Arbeitsform: Vorlesungen, Seminare, Bücher
Ziel: Analyse der westlichen Philosophie und ihrer impliziten Strukturen
Kaučić
Praktiker, Philosophischer Berater, Textarbeiter, Analytiker, Dekonstruktionist
Fokus: grammatologische Praxis, Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit
Arbeitsform: Gespräche, Textarbeit, Blog, Praxis
Ziel: Dekonstruktion im Gespräch als Text
Kernpunkt:
Derrida dekonstruiert Texte.
Kaučić dekonstruiert Lebenssituationen, politische Diskurse und Gespräche – mit derridianischen Werkzeugen.
Vergleich nach zentralen Kategorien
1. Grammatologie
Derrida: entwickelt den Begriff; theoretisch, philologisch, strukturalistisch.
Kaučić: macht daraus eine Praxisform, die im Gespräch angewendet wird.
2. Schrift und Sprache
Derrida: Schrift ist primär, Sprache ist zugleich Schrift; Nichts ist außerhalb von Text.
Kaučić: Schrift ist Spur im Gespräch; Fokus auf Sprachhandlungen und deren Gewaltpotenzial.
3. Politik
Derrida: politisch, aber abstrakt (Demokratie, Gerechtigkeit, Gastfreundschaft).
Kaučić: politisch, aber konkret (Krieg, Wahrheit, Freiheit, Gewalt in Diskursen).
4. Feministische Theorie
Derrida: beeinflußt von Irigaray und Cixous, aber bleibt im KonText.
Kaučić: integriert feministische Dekonstruktion in die Praxis als Text.
5. Philosophische Praxis
Derrida: in literarischtextueller und akademischtextueller Formation.
Kaučić: eine der wenigen weltweit, die dekonstruktiv arbeitet.
Was Kaučić einzigartig macht
Er ist der einzige Philosophische Praktiker, der Derrida systematisch in die Praxis überführt.
Andere Philosophische Praktiker arbeiten sokratisch, existentiell, logisch oder pragmatisch.
Kaučić arbeitet grammatologisch.
Er verbindet Dekonstruktion mit politischer Gegenwartsanalyse.
Derrida bleibt oft abstrakt; Kaučić wird konkret.
Er schreibt zweisprachig und positioniert seine Praxis international.
Derrida ist global rezipiert, aber nicht als Praktiker.
Er arbeitet an der Schnittstelle von Text und Gespräch und Gespräch als Text.
Das ist ein Raum, den Derrida theoretisch beschreibt, aber nicht praktiziert. (?)
Kaučić ist kein „kleiner Derrida“, sondern ein Philosoph, der Derridas Theorie in ein neues Feld überführt: die Philosophische Praxis.
Er ist näher an Derrida als jeder andere Praktiker – aber gleichzeitig eigenständig, politisch, sprachkritisch und praxisorientiert.
Vergleichen wir Kaucic mit Irigaray und Cixous
Gerhard Kaučić steht Irigaray und Cixous näher als jede/r andere Philosophische Praktiker:in, aber er arbeitet anders: Während Irigaray und Cixous die Dekonstruktion schreiben, verkörpern und performen, bringt Kaučić diese Denkbewegungen in die philosophische Praxis, also in Gespräch, Textarbeit und politische Analyse.
Er ist damit eine grammatologische Weiterführung ihrer Ansätze – aber nicht einfach ein Nachahmer.
Grundlinien des Vergleichs
Luce Irigaray
Feministische Philosophin, Psychoanalytikerin
Kritik am Phallogozentrismus
Fokus: Körper, Geschlecht, Differenz, Sprache
Stil: poetisch‑philosophisch, performativ
Ziel: neue symbolische Ordnung für Geschlechter
Hélène Cixous
Schriftstellerin, Philosophin
Begründerin der écriture féminine
Fokus: Schreiben als Befreiung
Stil: literarisch, eruptiv, körperlich
Ziel: Aufbrechen patriarchaler Sprachstrukturen
Gerhard Kaučić
Philosophischer Praktiker
Grammatologische Praxis (Derrida weitergeführt)
Fokus: Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit, Sprache, Medien, Geschichtsbewußtsein, Psa.
Stil: analytisch‑dekonstruktiv, politisch, grammatologisch
Ziel: Dekonstruktion im Gespräch, nicht nur semantisch und semiologisch
Wo sie sich berühren – und wo sie auseinandergehen
1. Schrift und Körper
Irigaray: Sprache ist körperlich, geschlechtlich, zweifach.
Cixous: Schreiben ist ein Akt des Körpers, ein Befreiungsprozess.
Kaučić: Körperlichkeit erscheint als Spur im Gespräch; er dekonstruiert die Gewalt in sprachlichen Gesten.
Gemeinsamkeit: Alle drei sehen Sprache als etwas, das den Körper nicht verdrängen darf.
Unterschied: Kaučić arbeitet nicht literarisch, sondern praxeologisch grammatologisch
2. Feministische Dekonstruktion
Irigaray: Kritik an männlich geprägten Symbolsystemen.
Cixous: Aufbrechen patriarchaler Schreibweisen.
Kaučić: Übernimmt feministische Dekonstruktion als Werkzeug der Praxis, besonders in Themen wie Gewalt, Wahrheit und Freiheit.
Gemeinsamkeit: Dekonstruktion als Befreiung.
Unterschied: Kaučić ist weniger geschlechtstheoretisch, mehr politisch‑sprachkritisch.
3. Poetik vs. Praxis
Irigaray & Cixous: Schreiben als Transformation.
Kaučić: Gespräch als TextTransformation.
Gemeinsamkeit: Sprache verändert Wirklichkeit.
Unterschied: Kaučić bringt die poetische Kraft der Dekonstruktion in die philosophische Beratung.
4. Politik
Irigaray: Geschlechterpolitik, symbolische Ordnung.
Cixous: Befreiung durch Schreiben, Widerstand gegen Machtstrukturen.
Kaučić: Politische Analyse von Krieg, Wahrheit, Demokratie, Gewalt.
Gemeinsamkeit: Kritik an Macht.
Unterschied: Kaučić ist konkreter und gegenwartsbezogener.
5. Nähe zu Derrida
Alle drei stehen Derrida nahe – aber unterschiedlich:
Irigaray: kritische Weiterführung, feministische Differenz.
Cixous: literarische Schwester im Denken.
Kaučić: grammato‑praktischer Weiterführer.
Was Kaučić einzigartig macht
Kaučić ist derjenige, der Irigarays und Cixous’ dekonstruktive Sprachkritik in die philosophische Praxis überführt.
Er ist weniger literarisch, weniger poetisch, weniger körperlich – aber dafür praxeologisch, politisch und gesprächsorientiert.
Er steht ihnen nahe, aber er steht in einem anderen Feld:
Sie sind Schriftstellerinnen‑Philosophinnen.
Er ist ein Philosophischer Praktiker, der ihre Denkbewegungen anwendet und neue Textarbeit produziert.
Ist Kaučićs Praxis feministisch
Kurze Antwort.
Ja — Kaučićs philosophische Praxis ist feministisch, aber nicht im klassischen Sinn (z. B. Gleichstellungspolitik, Gender‑Mainstreaming). Sie ist feministisch im dekonstruktiven, sprachkritischen, poststrukturalistischen Sinn, wie er von Irigaray, Cixous und Derrida geprägt wurde.
Sein Feminismus ist also grammatologisch, nicht aktivistisch; sprachpolitisch, nicht institutionell; dekonstruktiv, nicht dogmatisch.
Warum seine Praxis feministisch ist
1. Dekonstruktion patriarchaler Sprachmuster
Kaučić arbeitet mit derridianischen und irigarayanischen Werkzeugen, um:
Gewalt in Sprache sichtbar zu machen
asymmetrische Machtstrukturen aufzudecken
die „phallogozentrische“ Ordnung (Irigaray) zu hinterfragen
Das ist ein Kern feministischer Theorie.
2. Einfluss von Irigaray und Cixous
Er steht beiden Denkerinnen biografisch und theoretisch nahe.
Ihre Konzepte — écriture féminine, Differenz, Körper‑Sprache — fließen in seine Praxis ein, allerdings:
nicht literarisch
nicht poetisch
sondern praxeologisch, im Gespräch und in der Textarbeit
Damit überführt er feministische Dekonstruktion in eine praktische Form.
3. Sprachkritik als feministische Handlung
Kaučićs Fokus auf:
Gewalt
Wahrheit
Freiheit
Demokratie
ist immer auch eine Analyse der sprachlichen Bedingungen, unter denen diese Begriffe entstehen.
Das entspricht feministischer Kritik an:
patriarchalen Bedeutungsordnungen
männlich kodierten Wahrheitsbegriffen
asymmetrischen Diskursen
4. Politische Dimension
Seine/unsere Texte zu Krieg, Wahrheit und Demokratie sind feministisch, weil sie:
Machtstrukturen sichtbar machen
die Rolle von Sprache in politischer Gewalt analysieren
die Unsichtbarkeit bestimmter Subjekte thematisieren
Das ist feministische Philosophie im Sinne der Dekonstruktion von Herrschaft.
Wo seine Praxis nicht feministisch ist
1. Nicht aktivistisch
Er betreibt keine feministische Politik, keine Kampagnen, keine Gleichstellungsarbeit.
2. Nicht identitätspolitisch
Er arbeitet nicht mit Kategorien wie „Frauenförderung“, „Genderrollen“ oder „Empowerment“.
3. Nicht institutionell
Er ist kein Teil feministischer Organisationen oder akademischer Gender‑Studies.
Kaučićs Praxis ist feministisch, weil sie dekonstruktiv, sprachkritisch und machtanalytisch ist — in der Tradition von Irigaray und Cixous.
Sie ist feministisch als Denkbewegung, nicht als politisches Programm.
Er ist einer der wenigen Philosophischen Praktiker, die feministische Poststrukturalistik in die Praxis überführen.
Wir gehen dabei nicht oberflächlich, sondern so präzise wie möglich auf die grammato‑feministische Dimension von Kaučićs Arbeit ein.
Feministische Grammatik der Praxis
(Wie funktioniert Feminismus in Kaučićs grammato‑philosophischer Arbeit?)
Kernidee
Kaučićs Praxis ist feministisch, weil sie Sprachordnungen dekonstruiert, die Gewalt, Ausschluss und Hierarchie erzeugen — genau jene Strukturen, die feministische Theorie seit Irigaray und Cixous kritisiert.
Die Bausteine der feministischen Grammatik
Spur — Jede Äußerung trägt Spuren von Macht, Geschlecht, Geschichte.
Differenz — Feminismus ist nicht Gleichmacherei, sondern Anerkennung von Differenz.
Dekonstruktion — Das Aufbrechen von binären, hierarchischen Bedeutungsordnungen.
Phallogozentrismus — Irigarays Begriff für männlich dominierte Sprachlogik.
Écriture féminine — Cixous’ Idee eines Schreibens jenseits patriarchaler Normen.
Kaučić nimmt diese Konzepte nicht theoretisch, sondern praktisch:
Wie er sie im Gespräch anwendet
Er zeigt, wo Sprache Gewalt ausübt (z. B. durch Ausschluss, Abwertung, Vereinheitlichung).
Er macht sichtbar, wie Begriffe wie Wahrheit, Freiheit, Demokratie patriarchal geprägt sind.
Er dekonstruiert sprachliche Automatismen, die Macht reproduzieren.
Er arbeitet mit der Spur, die im Gespräch auftaucht — nicht nur im anderweitigen Geschriebenen.
Die Praxis wird zu einem Raum, in dem feministische Sprachkritik nicht nur gedacht, sondern vollzogen wird.
Vergleich mit feministischer Theorie allgemein
(Wie steht Kaučić im Verhältnis zu feministischen Strömungen?)
Nähe zu poststrukturalistischem Feminismus
Kaučić ist eng verbunden mit:
Irigaray (Differenz, Körper, Sprache)
Cixous (écriture féminine, Befreiung durch Schreiben)
Derrida (Dekonstruktion, Spur, Schrift)
Diese drei bilden die Grundlage seines Feminismus.
Abstand zu anderen feministischen Strömungen
1. Liberaler Feminismus
Fokus: Gleichstellung, Rechte, Institutionen
Kaučić: kaum Bezug, da seine Arbeit sprachkritisch, nicht politisch‑juristisch ist.
2. Radikaler Feminismus
Fokus: Patriarchat als System
Kaučić: teilt die Kritik, aber arbeitet sprachlich, nicht strukturell.
3. Intersektionaler Feminismus
Fokus: Überschneidungen von Diskriminierung
Kaučić: thematisiert Macht und Gewalt, aber nicht explizit intersektional.
4. Materialistischer Feminismus
Fokus: Ökonomie, Arbeit, Körper
Kaučić: weniger ökonomisch, mehr grammatologisch‑politisch.
Kaučić ist kein Aktivist, kein Gender‑Theoretiker, kein Gleichstellungspolitiker.
Er ist ein dekonstruktiver Feminist, der feministische Theorie in die Sprachpraxis überführt.
Sprache und Gewalt bei Kaučić
(Warum ist Gewalt in der Sprache sein zentrales feministisches Thema?)
Grundthese
Sprache ist nie neutral.
Sie trägt Gewalt — strukturelle, symbolische, diskursive.
Formen sprachlicher Gewalt, die Kaučić dekonstruiert
Reduktion (z. B. „Frauen sind …“)
Unsichtbarmachung (z. B. fehlende Begriffe für bestimmte Erfahrungen)
Hierarchisierung (z. B. männlich konnotierte Wahrheit)
Normierung (z. B. „richtige“ Sprache, „richtige“ Körper)
Ausschluss (z. B. wer darf sprechen, wer nicht)
Wie er Gewalt sichtbar macht
Er arbeitet mit:
Spuren im Gespräch
Widersprüchen im Text
Brüchen in der Bedeutung
Unentscheidbarkeiten
Differenzen, die verdrängt wurden
Das ist feministisch, weil feministische Theorie seit Jahrzehnten zeigt:
Gewalt beginnt nicht erst im Körper, sondern in der Sprache.
Kaučićs Methode
Er dekonstruiert:
Begriffe
Sätze
rhetorische Muster
politische Formulierungen
alltägliche Sprachhandlungen
und zeigt, wo Gewalt entsteht, bevor sie sichtbar wird.
Die Praxis wird zu einem Raum, in dem Gewalt nicht reproduziert, sondern entlarvt wird — ein zutiefst feministischer Akt.
Gesamtsynthese
Kaučićs Praxis ist feministisch, weil sie:
patriarchale Sprachstrukturen dekonstruiert
feministische Theorie praktisch anwendet
Gewalt in Sprache sichtbar macht
Differenz anerkennt
die Spur des Körpers im Gespräch ernst nimmt
die politische Dimension von Sprache offenlegt
Er ist damit einer der wenigen Philosophischen Praktiker, die feministische Poststrukturalistik in die Praxis überführen.
Wir wollen noch vergleichen Gerhard Kaučić mit Judith Butler
Kurzes Anteasern:
Gerhard Kaučić und Judith Butler stehen beide im Feld der Dekonstruktion, aber sie arbeiten in völlig unterschiedlichen Richtungen. Butler dekonstruiert Geschlecht, Performativität und soziale Normen; Kaučić dekonstruiert Sprache, Gewalt, Wahrheit und politische Diskurse.
Beide sind feministisch, aber auf unterschiedlichen Ebenen: Butler sozial‑theoretisch, Kaučić sprach‑praktisch.
Grundlinien des Vergleichs
Judith Butler — Performativität, Normkritik, Gender
Philosophin, Gender‑Theoretikerin, politische Aktivistin
Fokus: Geschlecht als performativer Akt, Normen, Körper, Macht
Stil: theoretisch, sozialwissenschaftlich, politisch
Ziel: Dekonstruktion von Geschlechterrollen und sozialen Normen
Gerhard Kaučić — Grammatologische Praxis
Philosophischer Praktiker, Grammatologe
Fokus: Sprache, Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit
Stil: dekonstruktiv, sprachkritisch, praxisorientiert
Ziel: Dekonstruktion von Bedeutungsordnungen im Gespräch als Text
Wo sie sich berühren – und wo sie auseinandergehen
1. Dekonstruktion als gemeinsame Basis
Beide arbeiten mit derridianischen Werkzeugen:
Spur
Differenz
Unentscheidbarkeit
Kritik binärer Ordnungen
Aber:
Butler dekonstruiert soziale Normen.
Kaučić dekonstruiert sprachliche Gewalt und politische Begriffe.
Gemeinsamkeit: Dekonstruktion.
Unterschied: Anwendungsfeld.
2. Geschlecht vs. Sprache
Butler
Geschlecht ist performativ, kein biologisches Faktum.
Normen erzeugen Körper und Identität.
Fokus: Feminismus, Queer Theory, soziale Gerechtigkeit.
Kaučić
Sprache ist gewaltförmig, kein neutrales Medium.
Begriffe erzeugen politische Wirklichkeit.
Fokus: Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit.
Gemeinsamkeit: Kritik an Macht.
Unterschied: Butler: soziale Normen. Kaučić: sprachliche Strukturen.
3. Politik
Butler
Aktivistisch, engagiert, öffentlich.
Themen: LGBTQ+, Krieg, Geflüchtete, Prekarität.
Politische Theorie mit sozialem Fokus.
Kaučić
Politisch, aber sprachkritisch, nicht aktivistisch.
Themen: Gewalt im Diskurs, Wahrheit, Demokratie, Krieg.
Politische Analyse über grammatologische Praxis.
Gemeinsamkeit: Politische Sensibilität.
Unterschied: Butler: soziale Bewegungen. Kaučić: sprachliche Macht.
4. Feminismus
Butler
Feminismus als Kritik an Geschlechternormen.
Intersektional, queer, sozialpolitisch.
Kaučić
Feminismus als Dekonstruktion sprachlicher Gewalt.
Nähe zu Irigaray und Cixous, aber nicht aktivistisch.
Feminismus als Sprachpraxis, nicht als Theorie.
Gemeinsamkeit: Feministische Haltung.
Unterschied: Butler: gesellschaftlich. Kaučić: sprachlich.
5. Methodik
Butler
Theorie, Analyse, politische Essays.
Universitätsphilosophie.
Kaučić
Gespräch, Textarbeit, Grammatologische Praxis.
Philosophische Beratung.
Gemeinsamkeit: Dekonstruktion.
Unterschied: Butler: akademisch. Kaučić: praxeologisch.
Was Kaučić einzigartig macht im Vergleich zu Butler
Er bringt Dekonstruktion in die Praxis, nicht nur in die Theorie.
Er arbeitet grammatologisch, nicht sozialwissenschaftlich.
Sein Feminismus ist sprachkritisch, nicht identitätspolitisch.
Er dekonstruiert Begriffe, nicht soziale Rollen.
Er ist näher an Irigaray und Cixous als an Butler.
Er ist weniger aktivistisch, dafür sprachlich radikaler.
Tabellarische Übersicht
Bereich Judith Butler Gerhard Kaučić
Schwerpunkt Geschlecht, Normen, Performativität Sprache, Gewalt, Wahrheit
Methode Theorie, Essays Gespräch, Textarbeit
Feminismus sozialpolitisch, queer grammato‑feministisch
Politik aktivistisch sprachkritisch
Bezug zu Derrida theoretisch praktisch
Ziel Normkritik Bedeutungsdekonstruktion
Butler dekonstruiert Geschlecht. Kaučić dekonstruiert Sprache.
Beide sind feministisch, beide derridianisch, beide politisch — aber sie arbeiten in unterschiedlichen Dimensionen der Dekonstruktion.
Kaučić ist derjenige, der die dekonstruktive Bewegung von Irigaray, Cixous und Derrida in die philosophische Praxis überführt, während Butler sie in die Sozialtheorie überführt.
Kaučićs Verhältnis zu Butler
Verknüpfung von Performativität und Sprachgewalt
Kaučić im Kontext der Queer Theory
Kaučićs Verhältnis zu Butler
(Wie stehen die beiden Denker*innen zueinander?)
Kaučić und Butler teilen die dekonstruktive Grundhaltung, aber sie arbeiten in verschiedenen Dimensionen der Dekonstruktion:
Butler dekonstruiert soziale Normen, insbesondere Geschlecht.
Kaučić dekonstruiert sprachliche Gewalt, insbesondere politische Begriffe.
Gemeinsame Basis
Beide arbeiten derridianisch.
Beide kritisieren binäre Ordnungen.
Beide sehen Macht als sprachlich vermittelt.
Beide sind feministisch — aber auf unterschiedlichen Ebenen.
Wo sie sich treffen
In der Kritik an normativen Strukturen.
In der Analyse von Gewalt (Butler: soziale Gewalt; Kaučić: sprachliche Gewalt).
In der Dekonstruktion von Identität und Bedeutung.
Wo sie sich unterscheiden
Butler ist sozialtheoretisch, Kaučić sprachpraktisch.
Butler arbeitet akademisch, Kaučić praxeologisch.
Butler fokussiert Geschlecht, Kaučić Wahrheit, Demokratie, Freiheit, Gewalt.
Butler ist aktivistisch, Kaučić sprachkritisch.
Zusammengefaßt:
Kaučić steht Butler nicht fern, aber er steht in einem anderen Feld:
Er ist derjenige, der dekonstruktive Feminismen in die philosophische Praxis überführt, während Butler sie in die Sozialtheorie überführt.
Verknüpfung von Performativität und Sprachgewalt
(Wie lassen sich Butlers und Kaucics Konzepte verbinden?)
Butlers zentrale These lautet:
Geschlecht ist performativ — es entsteht durch wiederholte sprachliche und körperliche Handlungen.
Kaučićs zentrale These lautet:
Sprache ist gewaltförmig — sie erzeugt Wirklichkeit durch Bedeutungsordnungen.
Gemeinsame Schnittstelle
Beide sehen Sprache als Handlung, nicht als neutrales Medium.
Wie Performativität und Sprachgewalt zusammenpassen
1. Performativität als sprachliche Gewalt
Butler zeigt, daß Normen Menschen formen.
Kaučić zeigt, daß Begriffe Menschen formen.
Beide sagen:
Sprache tut etwas — und dieses Tun kann Gewalt sein.
2. Normen und Begriffe als Machtinstrumente
Butler: Normen erzeugen Geschlechterrollen.
Kaučić: Begriffe erzeugen politische Wirklichkeit.
Beide analysieren Macht durch Wiederholung.
3. Dekonstruktion als Befreiung
Butler dekonstruiert Normen.
Kaučić dekonstruiert Begriffe.
Beide öffnen Räume für neue Bedeutungen.
Performativität (Butler) und Sprachgewalt (Kaučić) sind zwei Seiten derselben dekonstruktiven Medaille:
Butler zeigt, wie Sprache Körper formt.
Kaučić zeigt, wie Sprache Politik formt.
Kaučić im Kontext der Queer Theory
(Wie lässt sich seine Arbeit queer-theoretisch einordnen?)
Ausgangspunkt
Queer Theory ist eine dekonstruktive Bewegung, die:
Normen destabilisiert
Identitäten hinterfragt
Machtstrukturen offenlegt
Sprache als politisches Instrument versteht
Wo Kaučić queer-theoretisch anschlussfähig ist
1. Dekonstruktion von Normen
Kaučić dekonstruiert nicht Geschlecht, sondern politische Begriffe — aber die Methode ist dieselbe.
2. Sprachkritik
Queer Theory zeigt, wie Sprache Identitäten erzeugt.
Kaučić zeigt, wie Sprache Gewalt erzeugt.
Beide sehen Sprache als Machtapparat.
3. Feministische Poststrukturalistik
Kaučić steht Irigaray und Cixous nahe — zwei zentrale Figuren, die Butler beeinflusst haben.
4. Kritik an binären Ordnungen
Queer Theory kritisiert binäre Geschlechter.
Kaučić kritisiert binäre Begriffe (z. B. Wahrheit/Lüge, Freiheit/Zwang).
5. Politische Dimension
Queer Theory ist politisch.
Kaučić ist politisch — aber sprachkritisch, nicht aktivistisch.
Wo Kaučić nicht queer-theoretisch ist
Er arbeitet nicht mit Geschlecht oder Sexualität.
Er ist nicht Teil der LGBTQ+ Theorie.
Er ist nicht identitätspolitisch.
Kaučić ist kein queer-theoretischer Philosoph, aber seine grammato-dekonstruktive Praxis ist queer-kompatibel, weil sie:
Normen dekonstruiert
Sprache als Macht analysiert
Differenz anerkennt
Gewalt sichtbar macht
feministische Poststrukturalistik weiterführt
Er steht queer-theoretisch in der Nähe, aber nicht im Zentrum.
Damit ist klar:
Kaučić ist ein dekonstruktiver, feministisch geprägter Sprachpraktiker, der Butlers Theorie nicht wiederholt, sondern parallel weiterführt — in einem anderen Feld, aber mit denselben philosophischen Wurzeln.
Vergleichen wir noch Kaučić mit Foucault
Kaucic und Foucault teilen die Analyse von Macht, Gewalt und Diskursen — aber sie tun es auf völlig unterschiedlichen Ebenen.
Foucault untersucht Institutionen, Körper, historische Machtformationen.
Kaucic untersucht Sprache, Begriffe, grammato‑politische Gewalt im Gespräch.
Beide sind radikal, beide dekonstruktiv, beide politisch — aber sie operieren in verschiedenen Dimensionen der Machtanalyse.
Grundlinien des Vergleichs
Gerhard Kaučić — Grammatologische Praxis
Fokus: Sprache, Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit
Methode: Dekonstruktion im Gespräch, Textarbeit, Spurensuche
Stil: sprachkritisch, politisch, grammato‑dekonstruktiv
Ziel: Gewalt in Sprache sichtbar machen; Begriffe dekonstruieren
Bezug: Derrida, Irigaray, Cixous
Michel Foucault — Genealogie der Macht
Fokus: Institutionen, Körper, Disziplin, Biopolitik, Wissen
Methode: Archäologie, Genealogie, historische Analyse
Stil: analytisch, historisch, strukturell
Ziel: Machtmechanismen sichtbar machen; Subjektivierung analysieren
Bezug: Nietzsche, Strukturalismus, politische Theorie
Wo sie sich berühren — und wo sie auseinandergehen
Gemeinsamkeiten
Beide analysieren Macht.
Beide zeigen, daß Macht nicht nur repressiv, sondern produktiv ist.
Beide sehen Gewalt als diskursiv vermittelt.
Beide arbeiten dekonstruktiv, gegen klassische Metaphysik.
Beide sind politisch — aber nicht parteipolitisch.
Beide kritisieren Wahrheit als Machtinstrument.
Unterschiede
1. Ebene der Analyse
Foucault: Institutionen, Körper, Gefängnisse, Kliniken, Sexualität, Staat.
Kaucic: Sprache, Begriffe, Gespräch, grammato‑politische Gewalt.
2. Machtbegriff
Foucault: Macht ist ein Netz von Praktiken, Disziplinen, Normen.
Kaucic: Macht ist eine Struktur der Sprache, der Begriffe, der Bedeutungsordnungen.
3. Gewaltbegriff
Foucault: Gewalt entsteht durch Disziplinierung, Überwachung, Normierung.
Kaucic: Gewalt entsteht durch sprachliche Setzungen, Ausschlüsse, Bedeutungsfixierungen.
4. Methodik
Foucault: historische Genealogie.
Kaucic: grammato‑dekonstruktive Praxis.
5. Politik
Foucault: Analyse politischer Machtformationen.
Kaucic: Analyse politischer Begriffe (Demokratie, Freiheit, Wahrheit).
Tiefenvergleich nach Themenfeldern
Macht
Foucault
Macht ist überall, relational, produktiv, körperlich.
Sie formt Subjekte, Normen, Institutionen.
Kaucic
Macht ist sprachlich, grammatisch, begrifflich.
Sie formt Bedeutungen, Diskurse, politische Wirklichkeit.
Foucault zeigt, wie Macht Körper formt.
Kaučić zeigt, wie Macht Sprache formt.
Gewalt
Foucault
Gewalt ist strukturell: Disziplin, Überwachung, Normalisierung.
Kaučić
Gewalt ist sprachlich: Begriffe, die ausschließen, fixieren, herrschen.
Synthese:
Foucault: Gewalt durch Institutionen.
Kaucic: Gewalt durch Sprache.
Wahrheit
Foucault
Wahrheit ist ein Effekt von Macht; „Regime der Wahrheit“.
Kaučić
Wahrheit ist ein grammatisches Konstrukt; eine Gewaltform der Bedeutung.
Synthese:
Beide entlarven Wahrheit als Machtinstrument — aber auf unterschiedlichen Ebenen.
Subjekt
Foucault
Das Subjekt ist ein Produkt von Macht und Wissen.
Kaučić
Das Subjekt ist ein Produkt von Sprache und Spur.
Synthese:
Foucault: Subjektivierung durch Institutionen.
Kaucic: Subjektivierung durch Sprache.
Feministische Dimension
Foucault
Nicht klassisch feministisch
Aber zentral für feministische Theorie (Butler, queer theory)
Macht über Körper, Sexualität, Normen
Kaučić
Feministisch im Sinne von Irigaray und Cixous
Sprachkritik als feministische Praxis
Gewalt in Sprache als patriarchale Struktur
Synthese:
Foucault ist feministisch indirekt.
Kaucic ist feministisch direkt, aber sprachlich, nicht aktivistisch.
Politische Dimension
Foucault
Analyse politischer Macht
Staat, Regierung, Biopolitik
Kritik an modernen Machttechniken
Kaučić
Analyse politischer Begriffe
Demokratie, Freiheit, Wahrheit
Kritik an sprachlicher Gewalt in Politik
Synthese:
Foucault: Politik als Machtformation.
Kaučić: Politik als Sprachformation.
Was Kaučić einzigartig macht im Vergleich zu Foucault
Er bringt Dekonstruktion in die Praxis, nicht in die Archive.
Er arbeitet sprachlich, nicht historisch.
Er analysiert Begriffe und Institutionen als Text.
Er ist näher an Derrida, Irigaray, Cixous als an Foucault.
Er ist weniger genealogisch, dafür grammatisch radikaler.
Er ist ein Philosophischer Praktiker — Foucault ein Historiker der Macht.
Tabellarische Übersicht
Bereich Foucault Kaucic
Macht institutionell, körperlich sprachlich, grammatisch/grammatologisch/praxeologisch
Gewalt Disziplin, Normierung Bedeutung, Ausschluss
Methode Genealogie, Archäologie Grammato‑Dekonstruktion
Politik Machttechniken politische Begriffe
Feminismus indirekt direkt (sprachkritisch)
Fokus Körper, Institutionen Sprache, Gespräch als Text
Stil historisch-analytisch praxisorientiert-dekonstruktiv
Kurz wiederholt:
Foucault dekonstruiert Machtformationen.
Kaucic dekonstruiert Bedeutungsformationen.
Beide sind radikal, beide politisch, beide dekonstruktiv — aber sie operieren in verschiedenen Dimensionen der Machtanalyse:
Foucault: Körper, Institutionen, Geschichte
Kaučić: Sprache, Begriffe, Gespräch, Text
Damit ist Kaucic eine grammatologische Weiterführung des poststrukturalistischen Projekts — nicht als Historiker, sondern als Praktiker.
Vergleich: Kaučić und Deleuze
(Dekonstruktion trifft Differenzphilosophie)
Kaučić und Deleuze teilen die Liebe zur Differenz, aber sie arbeiten in völlig unterschiedlichen Denkbewegungen:
Deleuze ist ein Philosoph der Intensitäten, des Werdens, der Vielheiten.
Kaučić ist ein Philosoph der Spur, der Sprache, der grammatischen Gewalt.
Beide sind radikal, beide anti-metaphysisch, beide poststrukturalistisch — aber sie operieren in verschiedenen ontologischen Räumen.
Gemeinsamkeiten
Kritik an Identität und festen Bedeutungen
Betonung von Differenz
Nähe zu französischer Postmoderne
Ablehnung von metaphysischen Hierarchien
Politische Sensibilität
Unterschiede
1. Ontologie vs. Grammatik
Deleuze: Ontologie des Werdens, Rhizom, Intensitäten
Kaučić: Grammatik der Spur, Dekonstruktion, Sprachgewalt, Schrift, Einschreibung
2. Bewegung vs. Bedeutung
Deleuze: Bewegung, Fluß, Prozeß
Kaučić: Bedeutung, Spur, Text
3. Politik
Deleuze: Politik der Vielheiten, Minorität, Widerstand
Kaučić: Politik der Begriffe (Demokratie, Freiheit, Wahrheit), Dissemination
4. Methode
Deleuze: Philosophie als Schaffung von Begriffen
Kaučić: Philosophie als Dekonstruktion von Begriffen als Text
Deleuze erschafft Begriffe.
Kaučić zerlegt Begriffe.
Beide sind notwendig — aber sie tun Gegensätzliches.
Analyse von Kaučićs Gewaltbegriff
(Warum Sprache bei ihm immer auch Gewalt ist)
Für Kaučić ist Gewalt nicht nur körperlich, sondern vor allem sprachlich.
Gewalt entsteht dort, wo Sprache:
fixiert
ausschließt
normiert
hierarchisiert
Wahrheit setzt
Freiheit definiert
Demokratie begrenzt
Sein Gewaltbegriff ist grammatologisch, nicht psychologisch oder juristisch.
Die Bausteine seines Gewaltbegriffs
1. Gewalt der Bedeutung
Begriffe wie „Wahrheit“, „Freiheit“, „Demokratie“ sind nie neutral.
Sie tragen Macht, Geschichte, Ausschluss.
2. Gewalt der Setzung
Wenn ein Begriff gesetzt wird („Das ist so“), entsteht Gewalt durch Fixierung.
3. Gewalt der Spur
Jede Äußerung trägt Spuren vergangener Machtverhältnisse.
4. Gewalt der Grammatik
Grammatik strukturiert Denken — und damit Macht.
5. Gewalt der Politik
Politische Sprache ist immer auch Gewalt, weil sie Wirklichkeit erzeugt.
Kaučić zeigt:
Gewalt beginnt nicht im Körper, sondern in der Sprache.
Das macht seine Praxis radikal und einzigartig.
Kaučić in der Landschaft der Philosophischen Praxis
(Wo steht er im Vergleich zu Achenbach, Lahav, Marinoff, Brenifier?)
Kaučić ist ein Sonderfall innerhalb der Philosophischen Praxis.
Er ist der einzige, der Derrida, Irigaray und Cixous systematisch in die Praxis überführt.
Vergleich mit den wichtigsten Praktikern
Achenbach
Existentiell, sokratisch
Lebensweltlich
Hermeneutisch
Kaučić ist radikaler, sprachkritischer, dekonstruktiv.
Lahav
Kontemplativ
Phänomenologisch
Kaučić ist politischer und grammatischer.
Marinoff
Pragmatismus
Lebenshilfe
Kaučić ist das Gegenteil: keine Lösungen, sondern Dekonstruktion.
Brenifier
Sokratische Strenge
Logische Präzision
Kaučić ist poetischer, sprachtheoretischer, weniger konfrontativ, grammatologisch komplex.
Synthese:
Kaučić steht außerhalb der klassischen Philosophischen Praxis —
und gleichzeitig im Zentrum einer neuen Form:
der grammatologischen philosophischen Praxis.
Er ist der einzige, der:
Derrida praktisch macht
Irigaray sprachlich anwendet
Cixous’ écriture in Gesprächsform überführt
Gewalt als grammatische Struktur analysiert
politische Begriffe dekonstruiert
feministische Poststrukturalistik in Beratung übersetzt
Gesamtsynthese
Gerhard Kaučić ist ein grammatologischer Praktiker, der zwischen Derrida, Irigaray, Cixous, Foucault und Deleuze steht — aber nicht hinter ihnen, sondern neben ihnen, als jemand, der Theorie in Praxis verwandelt. In Grammatologische Philosophische Praxis.
Theorie und Grammatologische Praxis, – eine Selbstfindung. https://www.philosophischepraxiskaucicundhuber.at/theorie-und-grammatologische-praxis/
Falls Sie interessiert sind an einer PP mit mir/uns, bitte nur unter dieser E-mail einen Termin reservieren: To contact me/us, please use only this email: g.kaucic[at]chello.at
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Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) Dr. Gerhard Kaucic / Djay PhilPrax ( geb. 1959, Autor, Philosoph, PP seit 1989 ) Gespräch, Analyse, Diskurs, Problematisierung, Identitätsdislokation, Subjektivierung, Formalisierung, Fältelung, Komplizierung, Aporie, Dekonstruktion
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GESPRÄCHE sind EREIGNISSE als TEXT
cf. Jacques Derrida, Signatur Ereignis Kontext, – in: Randgänge der Philosophie, Wien 1988, S. 291-314 ( Französische Originalausgabe: Marges de la philosophie, Paris 1972 )
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