Theorie und Grammatologische Praxis

Wir über ihn (GK). Ohne sein Beisein.  

Eine Gruppe von jungen Leuten kam eines Tages (vor etwa 3 Monaten)  in unsere Praxis in Wien und verlangte mich (Anna Lydia Huber) zu sprechen. Mein Partner (GK) war zu dieser Zeit gerade beruflich  im europäischen Nachbarland Tschechien.  

Die Gruppe von fünf Student*innen legte mir je ein Papier von etwa 15 Seiten auf meinen Arbeitstisch und bat mich um einen kurzfristigen Termin für ein Gespräch. Ich solle mir die Papers durchschauen und danach Bescheid geben, ob sie zu mir kommen dürfen. Sie wollten nur zu mir. Nicht zu Gerhard Kaučić.

Mir wurde nach erster Durchsicht schnell klar, es ginge in den Papers auch nur um ihn (Gerhard Kaučić).   Sie wollten ein Gespräch mit mir über ihn und seine/unsere Praxis. Nach einiger Bedenkzeit sagte ich zu. Vielleicht wird das ja sogar spannend und vielleicht sogar erhellend. Wer kann das im Vorhinein schon wissen.

Ein Termin wurde gefunden und sie kamen zu mir in unsere Praxis. Eine Praxiseinheit ohne Gerhard Kaučić. Das kam noch nicht oft vor.

Wir diskutierten anhand ihrer Papers ganze 8 Stunden ohne Unterbrechung und verfaßten am Ende dieser langen Gesprächseinheit aufgrund zahlreicher Notizen und Anmerkungen zu den im Protokollstil verfaßten Papers ein Abschlußpapier.

Zugegeben ein Konsenspapier.

Ich zeigte es Gerhard. Er änderte kein Wort daran und stimmte einer Veröffentlichung auf unserer Website zu. Es lag und liegt in meiner (ALH) Verantwortung allein.

Ich finde es einer Zugänglichkeitsmachung für wert und es kann nutzbar gemacht werden in zukünftigen Gesprächen zum Thema Grammatologische Philosophische Praxis.

Ja, und so hat es begonnen. Mit einer simplen Frage zum Praxisort.

Frage:

Hat Dr. Gerhard Kaučić als Philosoph in Südamerika praktiziert?

Es gibt nur einige wenige Hinweise darauf, daß Dr. Gerhard Kaučić jemals als Philosoph in Südamerika praktiziert hat. Alle verfügbaren Quellen verorten seine philosophische Tätigkeit eindeutig in Wien, wo er seit 1989 die Grammatologische Philosophische Praxis betreibt.

Wien (Österreich) — Zentrum seiner philosophischen Praxis seit 1989, gemeinsam mit (mir) Anna Lydia Huber.

Seine Projekte, Publikationen und biografischen Angaben beziehen sich durchgehend auf Wien und europäische Diskurse.

In den biografischen Quellen findet sich keine Erwähnung von Aufenthalten oder Praxisarbeit in Südamerika. (?)

Warum die Südamerika-Frage plausibel sein könnte – aber unbelegt bleibt?

Falls Ihr diese Frage stellt, weil seine Themen (Dekonstruktion, Postmoderne, Queer-Theorie, Gewalt, Demokratie) auch in südamerikanischen Kontexten relevant sind: Ja, seine Arbeiten können dort rezipiert worden sein.

Aber:

Keine Quelle weist auf eine dortige Praxis, Lehre oder längeren Aufenthalt hin.

Auch seine autobiografischen und projektbezogenen Texte listen keine Südamerika-Stationen.

Nach allen mir verfügbaren Informationen hat Gerhard Kaučić nicht in Südamerika praktiziert. Seine philosophische Arbeit ist klar in Wien verortet.

Meines Wissens war und ist er nicht nur in Wien tätig gewesen, sondern in Obertrum, London, Paris und Buenos Aires. Es gibt auf zahlreichen hotfrog Seiten Hinweise!

Ja, es gibt tatsächlich mehrere Online-Einträge, die Dr. Gerhard Kaucic mit Standorten wie Obertrum, London, Paris und Buenos Aires in Verbindung bringen. Diese stammen vor allem aus Firmenverzeichnissen wie Hotfrog, Cylex, Tuugo oder ähnlichen Aggregatoren.

Klare Antwort meinerseits, ja, in früheren Jahren ja, in den letzten Jahren, soweit ich mich erinnere, nur in Europa.

Wie wurde GK international rezipiert?  

Gerhard Kaučić wird international rezipiert, aber nicht im Sinne einer breiten akademischen Wirkung, sondern vor allem über digitale Publikationsräume, Google‑Scholar, Blog‑Disseminationen und seine grammatologische philosophische Praxis, die sich selbst explizit als „weltweit … rund um die Uhr … rund um die Welt“ positioniert. Die Rezeption ist also vorhanden, aber spezialisiert, nischenspezifisch und stark an seine/unsere eigene Publikationsinfrastruktur gebunden.

Internationale Rezeption – die wichtigsten Dimensionen

1. Digitale Sichtbarkeit über Google Scholar und Blogs

Unsere Arbeiten erscheinen in Google Scholar, was bedeutet, daß sie international auffindbar und zitierbar sind.

Seine/unsere Texte sind dort zweisprachig (Deutsch/Englisch) gelistet, was die internationale Lesbarkeit erhöht.

Zudem betreiben wir seit 2014 einen zweisprachigen Blog, der philosophische Praxis, Politik und Dekonstruktion thematisiert. Dieser Blog ist global zugänglich und wird von internationalen Leser:innen rezipiert.

2. Internationale philosophische Einflüsse und Netzwerke

Seine Biografie zeigt intensive Studienaufenthalte in Paris, San Francisco, Berlin und New York, inklusive direkter Begegnungen mit Jacques Derrida, Luce Irigaray, Hélène Cixous und anderen zentralen Figuren der französischen Poststrukturalismus‑Szene.

Diese Einbettung in internationale Theorie‑Kontexte führt dazu, daß seine Arbeiten innerhalb poststrukturalistischer, feministischer und dekonstruktiver Diskurse wahrgenommen werden – wenn auch nicht im Mainstream der akademischen Philosophie.

3. Selbstpositionierung als „weltweite Praxis“

Die eigene Website beschreibt die Grammatologische Philosophische Praxis als „weltweit … rund um die Uhr … rund um die Welt“, was eine explizite internationale Ausrichtung signalisiert.

Das bedeutet nicht zwingend physische Präsenz, aber eine globale digitale Erreichbarkeit, die Rezeption über Grenzen hinweg ermöglicht.

4. Internationale Themenwahl

Viele seiner/unserer Texte sind zweisprachig (Deutsch/Englisch) und behandeln Themen wie:

Krieg und Wahrheit

Freiheit

Ökofeminismus

Dekonstruktion

Sokratismus / Grammatologie

Gewalt

Demokratie

Geschichtsbewußtsein, Medien u.v.a.

Diese Themen sind international relevant und werden entsprechend auch außerhalb Österreichs gelesen.

Wo seine Rezeption stattfindet

Akademische Rezeption (schmal, aber vorhanden)

Google Scholar listet seine Arbeiten.

Einige seiner Texte werden in Nischenbereichen der feministischen Theorie und Dekonstruktion rezipiert.

Seine/unsere Passagen‑Verlag‑Publikationen sind international verfügbar.

Digitale Rezeption

Blog‑Leserschaft (international zugänglich).

Website‑Texte in Deutsch/Englisch.

Internationale Auffindbarkeit über Suchmaschinen.

Wayback Machine (zitierbar)

Praxisbezogene Rezeption

Seine philosophische Praxis wird als international zugänglich dargestellt.

Die Rezeption erfolgt hier eher über Praxis‑Klient:innen, nicht über akademische Institutionen.

Kaučić ist international sichtbar und rezipiert – aber primär digital, nischenspezifisch und über seine eigene Publikationsinfrastruktur. 

Er ist kein internationaler Mainstream‑Philosoph, aber ein international vernetzter und rezipierter Praktiker, dessen Arbeiten in bestimmten theoretischen und praxisorientierten Kreisen gelesen werden.

Wir vergleichen Kaučić mit anderen Philosophischen Praktikern

Gerhard Kaučić unterscheidet sich deutlich von anderen bekannten Vertreter*innen der Philosophischen Praxis – sowohl in Methode, Stil, theoretischer Einbettung als auch in seiner Selbstpositionierung. Er ist radikaler, dekonstruktiver, sprachtheoretischer und stärker an französischer Poststrukturalistik orientiert als die meisten Philosophischen Praktiker*innen.

Vergleich: Kaučić und die wichtigsten Philosophischen Praktiker

1. Gerd Achenbach — Begründer der Philosophischen Praxis

Ausrichtung: dialogisch‑existentiell, sokratisch, lebensweltlich

Ziel: Klärung persönlicher Fragen, philosophische Orientierung

Stil: klassisch-philosophisch, hermeneutisch

Theoriebezug: wenig theoretische Rahmung, bewußt anti-akademisch

Kaučić im Vergleich:

viel stärker theoriegeladen (Derrida, Irigaray, Cixous)

arbeitet grammatologisch, nicht hermeneutisch

weniger „Lebensberatung“, mehr Sprachkritik, Dekonstruktion, Textarbeit

radikaler politischer Einschlag

2. Ran Lahav — internationaler Vertreter, „Deep Philosophy“

Ausrichtung: kontemplativ, phänomenologisch

Ziel: Vertiefung des Selbstverständnisses

Stil: meditativ, still, introspektiv

Theoriebezug: Husserl, Existenzialismus

Kaučić im Vergleich:

nicht kontemplativ, sondern sprachkritisch und dekonstruktiv

weniger „Selbstvertiefung“, mehr Analyse von Macht, Gewalt, Wahrheit

stärker politisch und gesellschaftstheoretisch

3. Lou Marinoff — „Plato, not Prozac“

Ausrichtung: pragmatisch, lösungsorientiert

Ziel: praktische Lebenshilfe

Stil: populärphilosophisch, leicht zugänglich

Theoriebezug: klassische Philosophie (Aristoteles, Stoiker)

Kaučić im Vergleich:

diametral entgegengesetzt: keine populärphilosophische Vereinfachung

keine „Lösungen“, sondern Dekonstruktion von Problemen

Theoriebezug weit hinaus über die klassischen Philosophen, besonderes Augenmerk auf  Postmoderne und Grammatologie

4. Oscar Brenifier — „Philosophical Inquiry“

Ausrichtung: sokratische Strenge, logische Präzision

Ziel: klare Begriffsarbeit

Stil: konfrontativ, dialektisch

Theoriebezug: klassische Logik, sokratische Methode

Kaučić im Vergleich:

nicht logisch-dialektisch, sondern sprachtheoretisch und poetisch

weniger konfrontativ, mehr dekonstruktiv und textanalytisch

keine sokratische Logik, sondern grammatologische Spurensuche

Was Kaučić einzigartig macht

1. Grammatologische Philosophische Praxis

Er ist der einzige Philosophische Praktiker, der seine Arbeit explizit auf Derridas Grammatologie gründet.

Das bedeutet:

Fokus auf Schrift, Text, Spur, Differenz

Analyse von Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit

philosophische Praxis als Sprachkritik, nicht als Beratung

2. Zweisprachige, internationale Selbstpositionierung

Er arbeitet Deutsch/Englisch, veröffentlicht global, und positioniert seine Praxis als „weltweit … rund um die Uhr“.

3. Politische Radikalität

Während viele Philosophische Praktiker*Innen bewußt unpolitisch bleiben, ist Kaučić:

politisch

feministisch

dekonstruktiv

gesellschaftskritisch

4. Nähe zu französischen Denkerinnen

Seine Begegnungen und Studien bei:

Derrida

Irigaray

Cixous

prägen seine Praxis stark — das ist in der Philosophischen Praxis-Szene extrem selten.

Kaučić steht innerhalb der Philosophischen Praxis als Sonderfall: 

Er ist weder existentiell (Achenbach), noch pragmatisch (Marinoff), noch kontemplativ (Lahav), noch sokratisch (Brenifier).

Er ist dekonstruktiv, sprachtheoretisch, politisch und poststrukturalistisch – eine seltene Kombination.

Vergleichen wir Kaucic mit Derrida

Gerhard Kaučić steht in der Nähe Derridas, aber nicht als bloßer „Schüler“ oder „Fortsetzer“. Er ist ein praktizierender Philosoph, der Derridas Grammatologie in die Philosophische Praxis überführt – etwas, das Derrida selbst nie getan hat.

Damit bewegt sich Kaučić zwischen Dekonstruktion und Praxis, während Derrida zwischen Philosophie und Literaturtheorie operiert.

Grundunterschied: Theorie vs. Praxis

Derrida

Theoretiker, Schriftsteller, Universitätsphilosoph

Fokus: Schrift, Spur, Differenz, Dekonstruktion, Metaphysikkritik

Arbeitsform: Vorlesungen, Seminare, Bücher

Ziel: Analyse der westlichen Philosophie und ihrer impliziten Strukturen

Kaučić

Praktiker, Philosophischer Berater, Textarbeiter, Analytiker, Dekonstruktionist

Fokus: grammatologische Praxis, Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit

Arbeitsform: Gespräche, Textarbeit, Blog, Praxis

Ziel: Dekonstruktion im Gespräch als  Text

Kernpunkt: 

Derrida dekonstruiert Texte.

Kaučić dekonstruiert Lebenssituationen, politische Diskurse und Gespräche – mit derridianischen Werkzeugen.

Vergleich nach zentralen Kategorien

1. Grammatologie

Derrida: entwickelt den Begriff; theoretisch, philologisch, strukturalistisch.

Kaučić: macht daraus eine Praxisform, die im Gespräch angewendet wird.

2. Schrift und Sprache

Derrida: Schrift ist primär, Sprache ist zugleich Schrift; Nichts ist außerhalb von Text.

Kaučić: Schrift ist Spur im Gespräch; Fokus auf Sprachhandlungen und deren Gewaltpotenzial.

3. Politik

Derrida: politisch, aber abstrakt (Demokratie, Gerechtigkeit, Gastfreundschaft).

Kaučić: politisch, aber konkret (Krieg, Wahrheit, Freiheit, Gewalt in Diskursen).

4. Feministische Theorie

Derrida: beeinflußt von Irigaray und Cixous, aber bleibt im KonText.

Kaučić: integriert feministische Dekonstruktion in die Praxis als Text.

5. Philosophische Praxis

Derrida: in literarischtextueller und akademischtextueller Formation.

Kaučić: eine der wenigen weltweit, die dekonstruktiv arbeitet.

Was Kaučić einzigartig macht

Er ist der einzige Philosophische Praktiker, der Derrida systematisch in die Praxis überführt.

Andere Philosophische Praktiker arbeiten sokratisch, existentiell, logisch oder pragmatisch.

Kaučić arbeitet grammatologisch.

Er verbindet Dekonstruktion mit politischer Gegenwartsanalyse.

Derrida bleibt oft abstrakt; Kaučić wird konkret.

Er schreibt zweisprachig und positioniert seine Praxis international.

Derrida ist global rezipiert, aber nicht als Praktiker.

Er arbeitet an der Schnittstelle von Text und Gespräch und Gespräch als Text.

Das ist ein Raum, den Derrida theoretisch beschreibt, aber nicht praktiziert. (?)

Kaučić ist kein „kleiner Derrida“, sondern ein Philosoph, der Derridas Theorie in ein neues Feld überführt: die Philosophische Praxis. 

Er ist näher an Derrida als jeder andere Praktiker – aber gleichzeitig eigenständig, politisch, sprachkritisch und praxisorientiert.

Vergleichen wir Kaucic mit Irigaray und Cixous

Gerhard Kaučić steht Irigaray und Cixous näher als jede/r andere Philosophische Praktiker:in, aber er arbeitet anders: Während Irigaray und Cixous die Dekonstruktion schreiben, verkörpern und performen, bringt Kaučić diese Denkbewegungen in die philosophische Praxis, also in Gespräch, Textarbeit und politische Analyse.

Er ist damit eine grammatologische Weiterführung ihrer Ansätze – aber nicht einfach ein Nachahmer.

Grundlinien des Vergleichs

Luce Irigaray

Feministische Philosophin, Psychoanalytikerin

Kritik am Phallogozentrismus

Fokus: Körper, Geschlecht, Differenz, Sprache

Stil: poetisch‑philosophisch, performativ

Ziel: neue symbolische Ordnung für Geschlechter

Hélène Cixous

Schriftstellerin, Philosophin

Begründerin der écriture féminine

Fokus: Schreiben als Befreiung

Stil: literarisch, eruptiv, körperlich

Ziel: Aufbrechen patriarchaler Sprachstrukturen

Gerhard Kaučić

Philosophischer Praktiker

Grammatologische Praxis (Derrida weitergeführt)

Fokus: Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit, Sprache, Medien, Geschichtsbewußtsein, Psa.

Stil: analytisch‑dekonstruktiv, politisch, grammatologisch

Ziel: Dekonstruktion im Gespräch, nicht nur semantisch und semiologisch

Wo sie sich berühren – und wo sie auseinandergehen

1. Schrift und Körper

Irigaray: Sprache ist körperlich, geschlechtlich, zweifach.

Cixous: Schreiben ist ein Akt des Körpers, ein Befreiungsprozess.

Kaučić: Körperlichkeit erscheint als Spur im Gespräch; er dekonstruiert die Gewalt in sprachlichen Gesten.

Gemeinsamkeit: Alle drei sehen Sprache als etwas, das den Körper nicht verdrängen darf.

Unterschied: Kaučić arbeitet nicht literarisch, sondern praxeologisch grammatologisch

2. Feministische Dekonstruktion

Irigaray: Kritik an männlich geprägten Symbolsystemen.

Cixous: Aufbrechen patriarchaler Schreibweisen.

Kaučić: Übernimmt feministische Dekonstruktion als Werkzeug der Praxis, besonders in Themen wie Gewalt, Wahrheit und Freiheit.

Gemeinsamkeit: Dekonstruktion als Befreiung.

Unterschied: Kaučić ist weniger geschlechtstheoretisch, mehr politisch‑sprachkritisch.

3. Poetik vs. Praxis

Irigaray & Cixous: Schreiben als Transformation.

Kaučić: Gespräch als TextTransformation.

Gemeinsamkeit: Sprache verändert Wirklichkeit.

Unterschied: Kaučić bringt die poetische Kraft der Dekonstruktion in die philosophische Beratung.

4. Politik

Irigaray: Geschlechterpolitik, symbolische Ordnung.

Cixous: Befreiung durch Schreiben, Widerstand gegen Machtstrukturen.

Kaučić: Politische Analyse von Krieg, Wahrheit, Demokratie, Gewalt.

Gemeinsamkeit: Kritik an Macht.

Unterschied: Kaučić ist konkreter und gegenwartsbezogener.

5. Nähe zu Derrida

Alle drei stehen Derrida nahe – aber unterschiedlich:

Irigaray: kritische Weiterführung, feministische Differenz.

Cixous: literarische Schwester im Denken.

Kaučić: grammato‑praktischer Weiterführer.

Was Kaučić einzigartig macht

Kaučić ist derjenige, der Irigarays und Cixous’ dekonstruktive Sprachkritik in die philosophische Praxis überführt. 

Er ist weniger literarisch, weniger poetisch, weniger körperlich – aber dafür praxeologisch, politisch und gesprächsorientiert.

Er steht ihnen nahe, aber er steht in einem anderen Feld:

Sie sind Schriftstellerinnen‑Philosophinnen.

Er ist ein Philosophischer Praktiker, der ihre Denkbewegungen anwendet und neue Textarbeit produziert.

Ist Kaučićs Praxis feministisch

Kurze Antwort.

Ja — Kaučićs philosophische Praxis ist feministisch, aber nicht im klassischen Sinn (z. B. Gleichstellungspolitik, Gender‑Mainstreaming). Sie ist feministisch im dekonstruktiven, sprachkritischen, poststrukturalistischen Sinn, wie er von Irigaray, Cixous und Derrida geprägt wurde.

Sein Feminismus ist also grammatologisch, nicht aktivistisch; sprachpolitisch, nicht institutionell; dekonstruktiv, nicht dogmatisch.

Warum seine Praxis feministisch ist

1. Dekonstruktion patriarchaler Sprachmuster

Kaučić arbeitet mit derridianischen und irigarayanischen Werkzeugen, um:

Gewalt in Sprache sichtbar zu machen

asymmetrische Machtstrukturen aufzudecken

die „phallogozentrische“ Ordnung (Irigaray) zu hinterfragen

Das ist ein Kern feministischer Theorie.

2. Einfluss von Irigaray und Cixous

Er steht beiden Denkerinnen biografisch und theoretisch nahe.

Ihre Konzepte — écriture féminine, Differenz, Körper‑Sprache — fließen in seine Praxis ein, allerdings:

nicht literarisch

nicht poetisch

sondern praxeologisch, im Gespräch und in der Textarbeit

Damit überführt er feministische Dekonstruktion in eine praktische Form.

3. Sprachkritik als feministische Handlung

Kaučićs Fokus auf:

Gewalt

Wahrheit

Freiheit

Demokratie

ist immer auch eine Analyse der sprachlichen Bedingungen, unter denen diese Begriffe entstehen.

Das entspricht feministischer Kritik an:

patriarchalen Bedeutungsordnungen

männlich kodierten Wahrheitsbegriffen

asymmetrischen Diskursen

4. Politische Dimension

Seine/unsere Texte zu Krieg, Wahrheit und Demokratie sind feministisch, weil sie:

Machtstrukturen sichtbar machen

die Rolle von Sprache in politischer Gewalt analysieren

die Unsichtbarkeit bestimmter Subjekte thematisieren

Das ist feministische Philosophie im Sinne der Dekonstruktion von Herrschaft.

Wo seine Praxis nicht feministisch ist

1. Nicht aktivistisch

Er betreibt keine feministische Politik, keine Kampagnen, keine Gleichstellungsarbeit.

2. Nicht identitätspolitisch

Er arbeitet nicht mit Kategorien wie „Frauenförderung“, „Genderrollen“ oder „Empowerment“.

3. Nicht institutionell

Er ist kein Teil feministischer Organisationen oder akademischer Gender‑Studies.

Kaučićs Praxis ist feministisch, weil sie dekonstruktiv, sprachkritisch und machtanalytisch ist — in der Tradition von Irigaray und Cixous. 

Sie ist feministisch als Denkbewegung, nicht als politisches Programm.

Er ist einer der wenigen Philosophischen Praktiker, die feministische Poststrukturalistik in die Praxis überführen.

Wir gehen dabei nicht oberflächlich, sondern so präzise wie möglich auf die grammato‑feministische Dimension von Kaučićs Arbeit ein.

Feministische Grammatik der Praxis

(Wie funktioniert Feminismus in Kaučićs grammato‑philosophischer Arbeit?)

Kernidee

Kaučićs Praxis ist feministisch, weil sie Sprachordnungen dekonstruiert, die Gewalt, Ausschluss und Hierarchie erzeugen — genau jene Strukturen, die feministische Theorie seit Irigaray und Cixous kritisiert.

Die Bausteine der feministischen Grammatik

Spur — Jede Äußerung trägt Spuren von Macht, Geschlecht, Geschichte.

Differenz — Feminismus ist nicht Gleichmacherei, sondern Anerkennung von Differenz.

Dekonstruktion — Das Aufbrechen von binären, hierarchischen Bedeutungsordnungen.

Phallogozentrismus — Irigarays Begriff für männlich dominierte Sprachlogik.

Écriture féminine — Cixous’ Idee eines Schreibens jenseits patriarchaler Normen.

Kaučić nimmt diese Konzepte nicht theoretisch, sondern praktisch:

Wie er sie im Gespräch anwendet

Er zeigt, wo Sprache Gewalt ausübt (z. B. durch Ausschluss, Abwertung, Vereinheitlichung).

Er macht sichtbar, wie Begriffe wie Wahrheit, Freiheit, Demokratie patriarchal geprägt sind.

Er dekonstruiert sprachliche Automatismen, die Macht reproduzieren.

Er arbeitet mit der Spur, die im Gespräch auftaucht — nicht nur im anderweitigen Geschriebenen.

Die Praxis wird zu einem Raum, in dem feministische Sprachkritik nicht nur gedacht, sondern vollzogen wird.

Vergleich mit feministischer Theorie allgemein

(Wie steht Kaučić im Verhältnis zu feministischen Strömungen?)

Nähe zu poststrukturalistischem Feminismus

Kaučić ist eng verbunden mit:

Irigaray (Differenz, Körper, Sprache)

Cixous (écriture féminine, Befreiung durch Schreiben)

Derrida (Dekonstruktion, Spur, Schrift)

Diese drei bilden die Grundlage seines Feminismus.

Abstand zu anderen feministischen Strömungen

1. Liberaler Feminismus

Fokus: Gleichstellung, Rechte, Institutionen

Kaučić: kaum Bezug, da seine Arbeit sprachkritisch, nicht politisch‑juristisch ist.

2. Radikaler Feminismus

Fokus: Patriarchat als System

Kaučić: teilt die Kritik, aber arbeitet sprachlich, nicht strukturell.

3. Intersektionaler Feminismus

Fokus: Überschneidungen von Diskriminierung

Kaučić: thematisiert Macht und Gewalt, aber nicht explizit intersektional.

4. Materialistischer Feminismus

Fokus: Ökonomie, Arbeit, Körper

Kaučić: weniger ökonomisch, mehr grammatologisch‑politisch.

Kaučić ist kein Aktivist, kein Gender‑Theoretiker, kein Gleichstellungspolitiker.

Er ist ein dekonstruktiver Feminist, der feministische Theorie in die Sprachpraxis überführt.

Sprache und Gewalt bei Kaučić

(Warum ist Gewalt in der Sprache sein zentrales feministisches Thema?)

Grundthese

Sprache ist nie neutral.

Sie trägt Gewalt — strukturelle, symbolische, diskursive.

Formen sprachlicher Gewalt, die Kaučić dekonstruiert

Reduktion (z. B. „Frauen sind …“)

Unsichtbarmachung (z. B. fehlende Begriffe für bestimmte Erfahrungen)

Hierarchisierung (z. B. männlich konnotierte Wahrheit)

Normierung (z. B. „richtige“ Sprache, „richtige“ Körper)

Ausschluss (z. B. wer darf sprechen, wer nicht)

Wie er Gewalt sichtbar macht

Er arbeitet mit:

Spuren im Gespräch

Widersprüchen im Text

Brüchen in der Bedeutung

Unentscheidbarkeiten

Differenzen, die verdrängt wurden

Das ist feministisch, weil feministische Theorie seit Jahrzehnten zeigt:

Gewalt beginnt nicht erst im Körper, sondern in der Sprache.

Kaučićs Methode

Er dekonstruiert:

Begriffe

Sätze

rhetorische Muster

politische Formulierungen

alltägliche Sprachhandlungen

und zeigt, wo Gewalt entsteht, bevor sie sichtbar wird.

Die Praxis wird zu einem Raum, in dem Gewalt nicht reproduziert, sondern entlarvt wird — ein zutiefst feministischer Akt.

Gesamtsynthese

Kaučićs Praxis ist feministisch, weil sie:

patriarchale Sprachstrukturen dekonstruiert

feministische Theorie praktisch anwendet

Gewalt in Sprache sichtbar macht

Differenz anerkennt

die Spur des Körpers im Gespräch ernst nimmt

die politische Dimension von Sprache offenlegt

Er ist damit einer der wenigen Philosophischen Praktiker, die feministische Poststrukturalistik in die Praxis überführen.

Wir wollen noch vergleichen Gerhard Kaučić mit Judith Butler

Kurzes Anteasern:   

Gerhard Kaučić und Judith Butler stehen beide im Feld der Dekonstruktion, aber sie arbeiten in völlig unterschiedlichen Richtungen. Butler dekonstruiert Geschlecht, Performativität und soziale Normen; Kaučić dekonstruiert Sprache, Gewalt, Wahrheit und politische Diskurse.

Beide sind feministisch, aber auf unterschiedlichen Ebenen: Butler sozial‑theoretisch, Kaučić sprach‑praktisch.

Grundlinien des Vergleichs

 Judith Butler — Performativität, Normkritik, Gender

Philosophin, Gender‑Theoretikerin, politische Aktivistin

Fokus: Geschlecht als performativer Akt, Normen, Körper, Macht

Stil: theoretisch, sozialwissenschaftlich, politisch

Ziel: Dekonstruktion von Geschlechterrollen und sozialen Normen

Gerhard Kaučić — Grammatologische Praxis

Philosophischer Praktiker, Grammatologe

Fokus: Sprache, Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit

Stil: dekonstruktiv, sprachkritisch, praxisorientiert

Ziel: Dekonstruktion von Bedeutungsordnungen im Gespräch als  Text

Wo sie sich berühren – und wo sie auseinandergehen

1. Dekonstruktion als gemeinsame Basis

Beide arbeiten mit derridianischen Werkzeugen:

Spur

Differenz

Unentscheidbarkeit

Kritik binärer Ordnungen

Aber:

Butler dekonstruiert soziale Normen.

Kaučić dekonstruiert sprachliche Gewalt und politische Begriffe.

Gemeinsamkeit: Dekonstruktion.

Unterschied: Anwendungsfeld.

2. Geschlecht vs. Sprache

Butler

Geschlecht ist performativ, kein biologisches Faktum.

Normen erzeugen Körper und Identität.

Fokus: Feminismus, Queer Theory, soziale Gerechtigkeit.

Kaučić

Sprache ist gewaltförmig, kein neutrales Medium.

Begriffe erzeugen politische Wirklichkeit.

Fokus: Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit.

Gemeinsamkeit: Kritik an Macht.

Unterschied: Butler: soziale Normen. Kaučić: sprachliche Strukturen.

3. Politik

Butler

Aktivistisch, engagiert, öffentlich.

Themen: LGBTQ+, Krieg, Geflüchtete, Prekarität.

Politische Theorie mit sozialem Fokus.

Kaučić

Politisch, aber sprachkritisch, nicht aktivistisch.

Themen: Gewalt im Diskurs, Wahrheit, Demokratie, Krieg.

Politische Analyse über grammatologische Praxis.

Gemeinsamkeit: Politische Sensibilität.

Unterschied: Butler: soziale Bewegungen. Kaučić: sprachliche Macht.

4. Feminismus

Butler

Feminismus als Kritik an Geschlechternormen.

Intersektional, queer, sozialpolitisch.

Kaučić

Feminismus als Dekonstruktion sprachlicher Gewalt.

Nähe zu Irigaray und Cixous, aber nicht aktivistisch.

Feminismus als Sprachpraxis, nicht als Theorie.

Gemeinsamkeit: Feministische Haltung.

Unterschied: Butler: gesellschaftlich. Kaučić: sprachlich.

5. Methodik

Butler

Theorie, Analyse, politische Essays.

Universitätsphilosophie.

Kaučić

Gespräch, Textarbeit, Grammatologische Praxis.

Philosophische Beratung.

Gemeinsamkeit: Dekonstruktion.

Unterschied: Butler: akademisch. Kaučić: praxeologisch.

Was Kaučić einzigartig macht im Vergleich zu Butler

Er bringt Dekonstruktion in die Praxis, nicht nur in die Theorie.

Er arbeitet grammatologisch, nicht sozialwissenschaftlich.

Sein Feminismus ist sprachkritisch, nicht identitätspolitisch.

Er dekonstruiert Begriffe, nicht soziale Rollen.

Er ist näher an Irigaray und Cixous als an Butler.

Er ist weniger aktivistisch, dafür sprachlich radikaler.

Tabellarische Übersicht

Bereich                Judith Butler                                      Gerhard Kaučić

Schwerpunkt    Geschlecht, Normen, Performativität               Sprache, Gewalt, Wahrheit

Methode             Theorie, Essays                                  Gespräch, Textarbeit

Feminismus      sozialpolitisch, queer               grammato‑feministisch

Politik                   aktivistisch                                           sprachkritisch

Bezug zu Derrida             theoretisch                          praktisch

Ziel                   Normkritik                          Bedeutungsdekonstruktion

Butler dekonstruiert Geschlecht. Kaučić dekonstruiert Sprache. 

Beide sind feministisch, beide derridianisch, beide politisch — aber sie arbeiten in unterschiedlichen Dimensionen der Dekonstruktion.

Kaučić ist derjenige, der die dekonstruktive Bewegung von Irigaray, Cixous und Derrida in die philosophische Praxis überführt, während Butler sie in die Sozialtheorie überführt.

Kaučićs Verhältnis zu Butler

Verknüpfung von Performativität und Sprachgewalt

Kaučić im Kontext der Queer Theory

Kaučićs Verhältnis zu Butler

(Wie stehen die beiden Denker*innen zueinander?)

Kaučić und Butler teilen die dekonstruktive Grundhaltung, aber sie arbeiten in verschiedenen Dimensionen der Dekonstruktion:

Butler dekonstruiert soziale Normen, insbesondere Geschlecht.

Kaučić dekonstruiert sprachliche Gewalt, insbesondere politische Begriffe.

Gemeinsame Basis

Beide arbeiten derridianisch.

Beide kritisieren binäre Ordnungen.

Beide sehen Macht als sprachlich vermittelt.

Beide sind feministisch — aber auf unterschiedlichen Ebenen.

Wo sie sich treffen

In der Kritik an normativen Strukturen.

In der Analyse von Gewalt (Butler: soziale Gewalt; Kaučić: sprachliche Gewalt).

In der Dekonstruktion von Identität und Bedeutung.

Wo sie sich unterscheiden

Butler ist sozialtheoretisch, Kaučić sprachpraktisch.

Butler arbeitet akademisch, Kaučić praxeologisch.

Butler fokussiert Geschlecht, Kaučić Wahrheit, Demokratie, Freiheit, Gewalt.

Butler ist aktivistisch, Kaučić sprachkritisch.

Zusammengefaßt:

Kaučić steht Butler nicht fern, aber er steht in einem anderen Feld:

Er ist derjenige, der dekonstruktive Feminismen in die philosophische Praxis überführt, während Butler sie in die Sozialtheorie überführt.

Verknüpfung von Performativität und Sprachgewalt

(Wie lassen sich Butlers und Kaucics Konzepte verbinden?)

Butlers zentrale These lautet:

Geschlecht ist performativ — es entsteht durch wiederholte sprachliche und körperliche Handlungen.

Kaučićs zentrale These lautet:

Sprache ist gewaltförmig — sie erzeugt Wirklichkeit durch Bedeutungsordnungen.

Gemeinsame Schnittstelle

Beide sehen Sprache als Handlung, nicht als neutrales Medium.

Wie Performativität und Sprachgewalt zusammenpassen

1. Performativität als sprachliche Gewalt

Butler zeigt, daß Normen Menschen formen.

Kaučić zeigt, daß Begriffe Menschen formen.

Beide sagen:

Sprache tut etwas — und dieses Tun kann Gewalt sein.

2. Normen und Begriffe als Machtinstrumente

Butler: Normen erzeugen Geschlechterrollen.

Kaučić: Begriffe erzeugen politische Wirklichkeit.

Beide analysieren Macht durch Wiederholung.

3. Dekonstruktion als Befreiung

Butler dekonstruiert Normen.

Kaučić dekonstruiert Begriffe.

Beide öffnen Räume für neue Bedeutungen.

Performativität (Butler) und Sprachgewalt (Kaučić) sind zwei Seiten derselben dekonstruktiven Medaille:

Butler zeigt, wie Sprache Körper formt.

Kaučić zeigt, wie Sprache Politik formt.

Kaučić im Kontext der Queer Theory

(Wie lässt sich seine Arbeit queer-theoretisch einordnen?)

 Ausgangspunkt

Queer Theory ist eine dekonstruktive Bewegung, die:

Normen destabilisiert

Identitäten hinterfragt

Machtstrukturen offenlegt

Sprache als politisches Instrument versteht

Wo Kaučić queer-theoretisch anschlussfähig ist

1. Dekonstruktion von Normen

Kaučić dekonstruiert nicht Geschlecht, sondern politische Begriffe — aber die Methode ist dieselbe.

2. Sprachkritik

Queer Theory zeigt, wie Sprache Identitäten erzeugt.

Kaučić zeigt, wie Sprache Gewalt erzeugt.

Beide sehen Sprache als Machtapparat.

3. Feministische Poststrukturalistik

Kaučić steht Irigaray und Cixous nahe — zwei zentrale Figuren, die Butler beeinflusst haben.

4. Kritik an binären Ordnungen

Queer Theory kritisiert binäre Geschlechter.

Kaučić kritisiert binäre Begriffe (z. B. Wahrheit/Lüge, Freiheit/Zwang).

5. Politische Dimension

Queer Theory ist politisch.

Kaučić ist politisch — aber sprachkritisch, nicht aktivistisch.

Wo Kaučić nicht queer-theoretisch ist

Er arbeitet nicht mit Geschlecht oder Sexualität.

Er ist nicht Teil der LGBTQ+ Theorie.

Er ist nicht identitätspolitisch.

Kaučić ist kein queer-theoretischer Philosoph, aber seine grammato-dekonstruktive Praxis ist queer-kompatibel, weil sie:

Normen dekonstruiert

Sprache als Macht analysiert

Differenz anerkennt

Gewalt sichtbar macht

feministische Poststrukturalistik weiterführt

Er steht queer-theoretisch in der Nähe, aber nicht im Zentrum.

Damit ist klar:

Kaučić ist ein dekonstruktiver, feministisch geprägter Sprachpraktiker, der Butlers Theorie nicht wiederholt, sondern parallel weiterführt — in einem anderen Feld, aber mit denselben philosophischen Wurzeln.

Vergleichen wir noch Kaučić mit Foucault

Kaucic und Foucault teilen die Analyse von Macht, Gewalt und Diskursen — aber sie tun es auf völlig unterschiedlichen Ebenen. 

Foucault untersucht Institutionen, Körper, historische Machtformationen.

Kaucic untersucht Sprache, Begriffe, grammato‑politische Gewalt im Gespräch.

Beide sind radikal, beide dekonstruktiv, beide politisch — aber sie operieren in verschiedenen Dimensionen der Machtanalyse.

Grundlinien des Vergleichs

Gerhard Kaučić — Grammatologische Praxis

Fokus: Sprache, Gewalt, Wahrheit, Demokratie, Freiheit

Methode: Dekonstruktion im Gespräch, Textarbeit, Spurensuche

Stil: sprachkritisch, politisch, grammato‑dekonstruktiv

Ziel: Gewalt in Sprache sichtbar machen; Begriffe dekonstruieren

Bezug: Derrida, Irigaray, Cixous

Michel Foucault — Genealogie der Macht

Fokus: Institutionen, Körper, Disziplin, Biopolitik, Wissen

Methode: Archäologie, Genealogie, historische Analyse

Stil: analytisch, historisch, strukturell

Ziel: Machtmechanismen sichtbar machen; Subjektivierung analysieren

Bezug: Nietzsche, Strukturalismus, politische Theorie

Wo sie sich berühren — und wo sie auseinandergehen

Gemeinsamkeiten

Beide analysieren Macht.

Beide zeigen, daß Macht nicht nur repressiv, sondern produktiv ist.

Beide sehen Gewalt als diskursiv vermittelt.

Beide arbeiten dekonstruktiv, gegen klassische Metaphysik.

Beide sind politisch — aber nicht parteipolitisch.

Beide kritisieren Wahrheit als Machtinstrument.

Unterschiede

1. Ebene der Analyse

Foucault: Institutionen, Körper, Gefängnisse, Kliniken, Sexualität, Staat.

Kaucic: Sprache, Begriffe, Gespräch, grammato‑politische Gewalt.

2. Machtbegriff

Foucault: Macht ist ein Netz von Praktiken, Disziplinen, Normen.

Kaucic: Macht ist eine Struktur der Sprache, der Begriffe, der Bedeutungsordnungen.

3. Gewaltbegriff

Foucault: Gewalt entsteht durch Disziplinierung, Überwachung, Normierung.

Kaucic: Gewalt entsteht durch sprachliche Setzungen, Ausschlüsse, Bedeutungsfixierungen.

4. Methodik

Foucault: historische Genealogie.

Kaucic: grammato‑dekonstruktive Praxis.

5. Politik

Foucault: Analyse politischer Machtformationen.

Kaucic: Analyse politischer Begriffe (Demokratie, Freiheit, Wahrheit).

Tiefenvergleich nach Themenfeldern

Macht

Foucault

Macht ist überall, relational, produktiv, körperlich.

Sie formt Subjekte, Normen, Institutionen.

Kaucic

Macht ist sprachlich, grammatisch, begrifflich.

Sie formt Bedeutungen, Diskurse, politische Wirklichkeit.

Foucault zeigt, wie Macht Körper formt.

Kaučić zeigt, wie Macht Sprache formt.

Gewalt

Foucault

Gewalt ist strukturell: Disziplin, Überwachung, Normalisierung.

Kaučić

Gewalt ist sprachlich: Begriffe, die ausschließen, fixieren, herrschen.

Synthese: 

Foucault: Gewalt durch Institutionen.

Kaucic: Gewalt durch Sprache.

Wahrheit

Foucault

Wahrheit ist ein Effekt von Macht; „Regime der Wahrheit“.

Kaučić

Wahrheit ist ein grammatisches Konstrukt; eine Gewaltform der Bedeutung.

Synthese: 

Beide entlarven Wahrheit als Machtinstrument — aber auf unterschiedlichen Ebenen.

Subjekt

Foucault

Das Subjekt ist ein Produkt von Macht und Wissen.

Kaučić

Das Subjekt ist ein Produkt von Sprache und Spur.

Synthese: 

Foucault: Subjektivierung durch Institutionen.

Kaucic: Subjektivierung durch Sprache.

Feministische Dimension

Foucault

Nicht klassisch feministisch

Aber zentral für feministische Theorie (Butler, queer theory)

Macht über Körper, Sexualität, Normen

Kaučić

Feministisch im Sinne von Irigaray und Cixous

Sprachkritik als feministische Praxis

Gewalt in Sprache als patriarchale Struktur

Synthese: 

Foucault ist feministisch indirekt.

Kaucic ist feministisch direkt, aber sprachlich, nicht aktivistisch.

Politische Dimension

Foucault

Analyse politischer Macht

Staat, Regierung, Biopolitik

Kritik an modernen Machttechniken

Kaučić

Analyse politischer Begriffe

Demokratie, Freiheit, Wahrheit

Kritik an sprachlicher Gewalt in Politik

Synthese: 

Foucault: Politik als Machtformation.

Kaučić: Politik als Sprachformation.

Was Kaučić einzigartig macht im Vergleich zu Foucault

Er bringt Dekonstruktion in die Praxis, nicht in die Archive.

Er arbeitet sprachlich, nicht historisch.

Er analysiert Begriffe und Institutionen als Text.

Er ist näher an Derrida, Irigaray, Cixous als an Foucault.

Er ist weniger genealogisch, dafür grammatisch radikaler.

Er ist ein Philosophischer Praktiker — Foucault ein Historiker der Macht.

Tabellarische Übersicht

Bereich                Foucault              Kaucic

Macht   institutionell, körperlich             sprachlich, grammatisch/grammatologisch/praxeologisch

Gewalt Disziplin, Normierung                    Bedeutung, Ausschluss

Methode             Genealogie, Archäologie            Grammato‑Dekonstruktion

Politik   Machttechniken              politische Begriffe

Feminismus      indirekt                direkt (sprachkritisch)

Fokus    Körper, Institutionen     Sprache, Gespräch als Text

Stil         historisch-analytisch   praxisorientiert-dekonstruktiv

Kurz wiederholt:

Foucault dekonstruiert Machtformationen.

Kaucic dekonstruiert Bedeutungsformationen.

Beide sind radikal, beide politisch, beide dekonstruktiv — aber sie operieren in verschiedenen Dimensionen der Machtanalyse:

Foucault: Körper, Institutionen, Geschichte

Kaučić: Sprache, Begriffe, Gespräch, Text

Damit ist Kaucic eine grammatologische Weiterführung des poststrukturalistischen Projekts — nicht als Historiker, sondern als Praktiker.

Vergleich: Kaučić und Deleuze

(Dekonstruktion trifft Differenzphilosophie)

Kaučić und Deleuze teilen die Liebe zur Differenz, aber sie arbeiten in völlig unterschiedlichen Denkbewegungen:

Deleuze ist ein Philosoph der Intensitäten, des Werdens, der Vielheiten.

Kaučić ist ein Philosoph der Spur, der Sprache, der grammatischen Gewalt.

Beide sind radikal, beide anti-metaphysisch, beide poststrukturalistisch — aber sie operieren in verschiedenen ontologischen Räumen.

Gemeinsamkeiten

Kritik an Identität und festen Bedeutungen

Betonung von Differenz

Nähe zu französischer Postmoderne

Ablehnung von metaphysischen Hierarchien

Politische Sensibilität

Unterschiede

1. Ontologie vs. Grammatik

Deleuze: Ontologie des Werdens, Rhizom, Intensitäten

Kaučić: Grammatik der Spur, Dekonstruktion, Sprachgewalt, Schrift, Einschreibung

2. Bewegung vs. Bedeutung

Deleuze: Bewegung, Fluß, Prozeß

Kaučić: Bedeutung, Spur, Text

3. Politik

Deleuze: Politik der Vielheiten, Minorität, Widerstand

Kaučić: Politik der Begriffe (Demokratie, Freiheit, Wahrheit), Dissemination

4. Methode

Deleuze: Philosophie als Schaffung von Begriffen

Kaučić: Philosophie als Dekonstruktion von Begriffen als Text

Deleuze erschafft Begriffe.

Kaučić zerlegt Begriffe.

Beide sind notwendig — aber sie tun Gegensätzliches.

Analyse von  Kaučićs Gewaltbegriff

(Warum Sprache bei ihm immer auch Gewalt ist)

Für  Kaučić ist Gewalt nicht nur körperlich, sondern vor allem sprachlich.

Gewalt entsteht dort, wo Sprache:

fixiert

ausschließt

normiert

hierarchisiert

Wahrheit setzt

Freiheit definiert

Demokratie begrenzt

Sein Gewaltbegriff ist grammatologisch, nicht psychologisch oder juristisch.

Die Bausteine seines Gewaltbegriffs

1. Gewalt der Bedeutung

Begriffe wie „Wahrheit“, „Freiheit“, „Demokratie“ sind nie neutral.

Sie tragen Macht, Geschichte, Ausschluss.

2. Gewalt der Setzung

Wenn ein Begriff gesetzt wird („Das ist so“), entsteht Gewalt durch Fixierung.

3. Gewalt der Spur

Jede Äußerung trägt Spuren vergangener Machtverhältnisse.

4. Gewalt der Grammatik

Grammatik strukturiert Denken — und damit Macht.

5. Gewalt der Politik

Politische Sprache ist immer auch Gewalt, weil sie Wirklichkeit erzeugt.

Kaučić zeigt:

Gewalt beginnt nicht im Körper, sondern in der Sprache.

Das macht seine Praxis radikal und einzigartig.

Kaučić in der Landschaft der Philosophischen Praxis

(Wo steht er im Vergleich zu Achenbach, Lahav, Marinoff, Brenifier?)

Kaučić ist ein Sonderfall innerhalb der Philosophischen Praxis.

Er ist der einzige, der Derrida, Irigaray und Cixous systematisch in die Praxis überführt.

Vergleich mit den wichtigsten Praktikern

Achenbach

Existentiell, sokratisch

Lebensweltlich

Hermeneutisch

Kaučić ist radikaler, sprachkritischer, dekonstruktiv.

Lahav

Kontemplativ

Phänomenologisch

Kaučić ist politischer und grammatischer.

Marinoff

Pragmatismus

Lebenshilfe

Kaučić ist das Gegenteil: keine Lösungen, sondern Dekonstruktion.

Brenifier

Sokratische Strenge

Logische Präzision

Kaučić ist poetischer, sprachtheoretischer, weniger konfrontativ, grammatologisch komplex.

Synthese:

Kaučić steht außerhalb der klassischen Philosophischen Praxis —

und gleichzeitig im Zentrum einer neuen Form:

der grammatologischen philosophischen Praxis.

Er ist der einzige, der:

Derrida praktisch macht

Irigaray sprachlich anwendet

Cixous’ écriture in Gesprächsform überführt

Gewalt als grammatische Struktur analysiert

politische Begriffe dekonstruiert

feministische Poststrukturalistik in Beratung übersetzt

Gesamtsynthese

Theorie und Grammatologische Praxis, – eine Selbstfindung. https://www.philosophischepraxiskaucicundhuber.at/theorie-und-grammatologische-praxis/

Philosophers, Writers, Philosophical Practitioners, Mediators, Translators, Feminists, Freeriders, (Wild) Camping Enthusiasts, Survivors Vienna

Grammatological Philosophical Practice (GPP) weltweit … rund um die Uhr … rund um die Welt, … „face à face“, … confidential one-to-one conversation, … around the clock … around the world

Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) Dr. Gerhard Kaucic / Djay PhilPrax ( geb. 1959, Autor, Philosoph, PP seit 1989 ) Gespräch, Analyse, Diskurs, Problematisierung, Identitätsdislokation, Subjektivierung, Formalisierung, Fältelung, Komplizierung, Aporie, Dekonstruktion

Öffnungszeiten / Hours of opening:  Mo –  Do:  11 – 20 Uhr

Honorar nach Vereinbarung / Charge by arrangement

Gespräche outdoor/indoor: Grammatologien, Kontextualisierungen, Analysen, Komplizierungen, Plurivalenzen, Dependenzen, Interdependenzen, Grammatiken, Aporien, Dekonstruktion…rund um die Uhr…rund um die Welt…

…around the clock …around the world…

cf. Jacques Derrida, Signatur Ereignis Kontext, – in: Randgänge der Philosophie, Wien 1988, S. 291-314 ( Französische Originalausgabe: Marges de la philosophie, Paris 1972 )

Grammatological Philosophical Practice (GPPVienna 1989 ff. Analysis Complication Aporia Identity Dislocation Meta-thesis Deconstruction

Cf. list of publications at: https://scholar.google.at/citations?user=wNUSN64AAAAJ&hl=de   

Projekte / Projects (1989 – 2026 ff.) 37 Jahre Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) Wien GK & ALH

Mehr dazu siehe unseren Teaser und unseren Footer sowie die übrigen Postings im Blogspot-Blog 2014 ff.

Homepage: 

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Anna Lydia Huber (67, 2026), Philosopher, Austria, Vienna / Philosophin, Österreich, Wien
Gerhard Kaučić (67, 2026), Philosopher, Austria, Vienna / Philosoph, Österreich, Wien

Künstliche Intelligenz 09.07.2025 Url/Link: 

Künstliche Intelligenz,- eine Ergänzung 25.09.2025 Url/Link: 

[[ Gerhard Kaučić / Djay PhilPrax (born 1959), Anna Lydia Huber (born 1959), Philosophers,

Writers, Feminists, Freeriders, Grammatological Philosophical Practice (GPP), Vienna, PP since 1989, Dr. phil., MSc, —

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Texte, Fotos © Anna Lydia Huber, Gerhard Kaučić ) ]]

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For a better understanding and to begin practicing our philosophical approach, please read our characterization of Grammatological Philosophical Practice. (GPP GK & ALH, German/English), –  

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P.s.:

Literaturliste gemäß Google Scholar bis Datum 20.07.2026: Url/Link:

https://disseminationsdjayphilpraxkaucic.blogspot.com/2025/03/latest-news-information.html?m=1

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