Ökofeminismus
Positionierung von Gerhard Kaučić & Anna Lydia Huber zum Ökofeminismus
(Ökographeminismus, – siehe ZS „Die Grüne F Abyss“)
Zwei Gruppen von Studierenden zu je 4 Personen (die eine definiert sich als gegendert weiblich, die andere Gruppe definiert sich als divers) diskutierten die ökofeministische Positionierung von uns (Kaučić & Huber) in unserer Grammatologischen Philosophischen Praxis (GPP) in Wien kürzlich an 2 Tagen im April 2026.
Hier eine kleine Zusammenfassung (erarbeitet in den Gruppensitzungen).
[[ *Anmerkung:
Die Formulierung „definieren sich als gegendert weiblich“ bezieht sich meist auf Personen, deren Geschlechtsidentität weiblich ist, unabhängig davon, ob dies bei der Geburt zugewiesen wurde (cis) oder nicht (trans). Im Kontext geschlechtergerechter Sprache wird dies genutzt, um Frauen und Menschen, die sich als weiblich identifizieren, sichtbar zu machen.
Kernaspekte in diesem Kontext:
Identität: Es bezeichnet ein Selbstverständnis und eine Selbstbeschreibung als Frau.
Inklusion: Die Schreibweise, oft mit Gendersternchen (z.B. Frauen*), soll alle Personen einbeziehen, die sich unter dieser Bezeichnung definieren.
Abgrenzung: Es ist eine Abkehr vom generischen Maskulinum, das zwar traditionell alle Geschlechter einschließen sollte, aber oft als nicht ausreichend empfunden wird, um weibliche oder nicht-binäre Identitäten sichtbar zu machen.
Sprachliche Darstellung: Durch Formen wie „Kolleg*innen“ oder „Mitarbeiter*innen“ werden Personen angesprochen, die sich als weiblich definieren.
„Divers“ ist ein rechtlicher Geschlechtseintrag für Menschen, die sich weder als ausschließlich männlich noch weiblich identifizieren. Es umfasst nicht-binäre und intergeschlechtliche Personen, die sich außerhalb traditioneller Geschlechternormen bewegen. Synonyme/verwandte Begriffe sind: inter, offen, nicht-binär, trans*, drittes Geschlecht. ]]
a) Gruppe „gegendert weiblich“
Gerhard Kaučić und Anna Lydia Huber setzen sich im Rahmen ihrer Grammatologischen Philosophischen Praxis (GPP) intensiv mit dem Ökofeminismus auseinander. Ihr Ansatz ist stark von der Dekonstruktion (nach Jacques Derrida) geprägt und verbindet feministische Gesellschaftskritik mit ökologischen Fragestellungen.
Zentrale Aspekte ihres ökofeministischen Ansatzes:
Kritik am Humanismus & Anthropozentrismus: Kaučić argumentiert, daß der klassische Humanismus „logozentrisch“ und damit letztlich ein „Feind der Tiere“ (und somit der Natur) sei. Der Ökofeminismus dient hier als Werkzeug, um die hierarchische Trennung zwischen Mensch/Tier und Kultur/Natur aufzubrechen.
Verbindung von Patriarchat und Naturzerstörung: Wie in der allgemeinen ökofeministischen Theorie üblich, analysieren G. Kaučić und A. L. Huber die Parallelen zwischen der Unterdrückung von Frauen und der Ausbeutung der Natur als strukturelles Problem patriarchaler und kapitalistischer Systeme.
Dekonstruktive Praxis: Sie nutzen die Philosophie der Différance, um festgefahrene Identitäten und Herrschaftsverhältnisse zu „dislozieren“ (verschieben) und neue, nachhaltigere Formen des Denkens und Zusammenlebens zu entwerfen.
Ökomobilität & Lebenspraxis: Kaučić und Huber bezeichnen sich selbst explizit als „Feminist*in“ und „Ökomobilist*in“, was darauf hindeutet, daß die theoretischen Überlegungen in eine konkrete, ökologisch bewußte Lebensführung einfließen.
b) Gruppe „divers“
Wir ergänzen und systematisieren das, damit klar wird, wie ihr ökofeministischer Zugang funktioniert, worin er sich von klassischem Ökofeminismus unterscheidet und warum er philosophisch interessant ist.
Ökofeminismus bei Kaučić & Huber – eine systematische Einordnung
1. Dekonstruktion als Fundament
Kaučić & Huber arbeiten dezidiert dekonstruktiv (Derrida).
Das bedeutet:
Sie zerlegen binäre Oppositionen wie
Kultur/Natur, Mann/Frau, Mensch/Tier, Subjekt/Objekt.
Sie zeigen, daß diese Unterscheidungen politisch produziert und machtstabilisierend sind.
Sie analysieren, wie Sprache und Schrift (grammatologisch) diese Hierarchien immer wieder erzeugen.
Damit liefern sie ein methodisches Werkzeug, das perfekt zum Ökofeminismus paßt, der genau diese Dualismen kritisiert.
2. Kritik am Humanismus und Anthropozentrismus
Ihr habt es schon angesprochen:
Kaučić und Huber bezeichnen den klassischen Humanismus als „logozentrisch“ und damit als strukturell tierfeindlich.
Das ist ein starker Punkt, denn:
Der Humanismus setzt den Menschen als Maß aller Dinge.
Er legitimiert die Abwertung von Natur, Körper, Tier, Weiblichkeit.
Er erzeugt eine Hierarchie, die ökofeministische Theorien als patriarchal entlarven.
Kaučićs & Hubers Kritik ist damit radikaler als viele ökofeministische Ansätze, weil sie nicht nur patriarchale Strukturen, sondern die Grundarchitektur des Humanismus selbst angreift.
3. Patriarchat, Kapitalismus und Naturzerstörung
Hier treffen sich die GPP und der klassische Ökofeminismus direkt:
Beide analysieren die strukturelle Verknüpfung von Frauenunterdrückung und Naturausbeutung.
Beide sehen diese Verknüpfung als Produkt von patriarchalen, kapitalistischen und somit klar logozentrischen Machtordnungen.
Beide kritisieren die Instrumentalisierung von Natur und Körper.
Kaučić & Huber erweitern das jedoch um eine sprachkritische Dimension:
Sie zeigen, wie diese Machtverhältnisse grammatologisch eingeschrieben sind.
4. Différance und Dislozierung
Ein Kernbegriff ihrer Praxis ist die Dislozierung – das Verschieben von Bedeutungen und Identitäten.
Das bedeutet:
Identitäten (z. B. „Frau“, „Natur“, „Tier“) sind nicht fix, sondern beweglich.
Herrschaft funktioniert über die Definition als Diskriminierung und Fixierung solcher Identitäten.
Dekonstruktion löst diese Fixierungen auf und schafft Raum für neue, nachhaltigere Denkformen.
Das ist ein ökofeministischer Akt, weil es die ideologischen Grundlagen von Naturbeherrschung und Geschlechterhierarchie destabilisiert.
5. Ökomobilität und gelebte Praxis
Daß Kaučić und Huber sich selbst als „Feminist*in“ und „Ökomobilist*in“ bezeichnen, ist kein Nebenaspekt.
Es zeigt:
Die Theorie ist nicht rein akademisch, sondern lebenspraktisch.
Ökologie wird als ethische Haltung verstanden.
Feminismus wird als politische Praxis gelebt.
Mobilität (z. B. autofreies Leben) wird als ökopolitische Handlung begriffen.
Damit verbinden sie Theorie und Alltag – ein klassisches Anliegen des Ökofeminismus und der Grammatologischen Philosophischen Praxis (GPP nach Kaučić und Huber).
Was unterscheidet ihren Ansatz vom klassischen Ökofeminismus?
Klassischer Ökofeminismus Kaučić & Huber
Fokus Care, Körper,
Reproduktionsarbeit Fokus Schrift, Diskurs, Dekonstruktion
Häufig sozialwissenschaftlich Stark philosophisch-grammatologisch
Betonung Verbundenheit mit Natur Auflösung von Natur/Kultur-Dualismen
Politische Ökologie Politische und grammatologische Ökologie
Teilweise essentialistische Tendenzen Radikal anti-essentialistisch
Sie sind also poststrukturalistische Ökofeminist*in, wenn man so will.
Fazit
Ihr liegt völlig richtig.
Kaučić & Huber entwickeln einen dezidiert ökofeministischen Ansatz innerhalb der GPP, der sich durch folgende Merkmale auszeichnet:
Dekonstruktive Kritik an Humanismus und Anthropozentrismus.
Verbindung von feministischer Theorie und ökologischer Ethik.
Analyse der sprachlichen und schriftlichen Strukturen, die Naturbeherrschung ermöglichen.
Gelebte ökologische Praxis (Ökomobilität).
Radikale Infragestellung von Identitäten und Machtordnungen.
Ihr Beitrag ist damit ein eigenständiger, philosophisch anspruchsvoller Zweig des Ökofeminismus.
Falls Sie interessiert sind an einer PP mit mir/uns, bitte nur unter dieser E-mail einen Termin reservieren: To contact me/us, please use only this email: g.kaucic[at]chello.at
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Philosophers, Writers, Philosophical Practitioners, Mediators, Translators, Feminists, Freeriders, (Wild) Camping Enthusiasts, Survivors Vienna
Grammatological Philosophical Practice (GPP) weltweit … rund um die Uhr … rund um die Welt, … „face à face“, … confidential one-to-one conversation, … around the clock … around the world
Grammatologische Philosophische Praxis (GPP) Dr. Gerhard Kaucic / Djay PhilPrax ( geb. 1959, Autor, Philosoph, PP seit 1989 ) Gespräch, Analyse, Diskurs, Problematisierung, Identitätsdislokation, Subjektivierung, Formalisierung, Fältelung, Komplizierung, Aporie, Dekonstruktion
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…around the clock …around the world…
GESPRÄCHE sind EREIGNISSE als TEXT
cf. Jacques Derrida, Signatur Ereignis Kontext, – in: Randgänge der Philosophie, Wien 1988, S. 291-314 ( Französische Originalausgabe: Marges de la philosophie, Paris 1972 )
Grammatological Philosophical Practice (GPP) Vienna 1989 ff. Analysis Complication Aporia Identity Dislocation Meta-thesis Deconstruction
Cf. list of publications at: https://scholar.google.at/citations?user=wNUSN64AAAAJ&hl=de
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Mehr dazu siehe unseren Teaser und unseren Footer sowie die übrigen Postings im Blogspot-Blog 2014 ff.
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Mehr zur Vita und zum Werk der Philosophin und Schriftstellerin Anna Lydia Huber (67, 2026, Philosophische Praxis seit 2009) und des Philosophen und Schriftstellers Gerhard Kaučić (67, 2026, Philosophische Praxis seit 1989) in deren Postings „Künstliche Intelligenz“ hier in diesem Blog !
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P.s.:
Literaturliste gemäß Google Scholar bis Datum 26.04.2026: Url/Link:
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